Campanile di Giotto: der atemberaubende Turm von Florenz

Der Campanile di Giotto ist der Glockenturm des Doms von Florenz, begonnen von Giotto im Jahr 1334 und vollendet 1359. Mit seinen 84,70 Metern und der Verkleidung aus weißem, grünem und rotem Marmor ist er eines der Symbole der Florentiner Gotik. Beim Aufstieg über die 414 Stufen erreicht man die Panoramaterrasse mit Blick auf die Kuppel des Brunelleschi und die Altstadt.

Nicht verpassen:
– 56 Reliefs und 16 Statuen von Künstlern wie Donatello und Luca della Robbia (Originale im Museo dell’Opera del Duomo)
– 7 historische Glocken, darunter die S. Reparata von 1475
– Kombi-Ticket für Campanile, Baptisterium, Museum und Krypta (48 Stunden gültig)
– Täglich geöffnet: 8:15–19:45 Uhr (letzter Einlass 19:00 Uhr)


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Copertina itinerario Campanile di Giotto: der atemberaubende Turm von Florenz
Beim Aufstieg über die 414 Stufen des Campanile di Giotto, zwischen polychromem Marmor und Skulpturen aus dem 14. Jahrhundert, gelangt man zu einer Terrasse mit Blick auf die Kuppel des Brunelleschi und das Herz von Florenz.

Wissenswertes


Einführung: der Glockenturm von Giotto, ein Juwel aus Marmor

Wenn man den Domplatz betritt und zum Glockenturm von Giotto aufschaut, verschlägt es einem den Atem. In Weiß, Grün und Rot, 84,70 Meter hoch, ragt er neben der Kathedrale auf und scheint die Kuppel des Brunelleschi berühren zu wollen. Er ist die florentinische Gotik in ihrer elegantesten Form, ein Glockenturm, der nicht nur ein Turm ist, sondern eine wahre Enzyklopädie in Stein gemeißelt. Der Aufstieg über seine 414 Stufen ist anstrengend, doch jeder Treppenabsatz eröffnet neue Perspektiven: die Zwillingsfenster, die polychromen Marmorarten, das Profil der Dächer. Oben angekommen ist die Aussicht eine absolute Belohnung: Florenz liegt dir zu Füßen, mit der Kuppel, die alles überragt. Das ist kein bloßer Besuch, es ist eine Erfahrung, die unter die Haut geht.

Geschichtliche Notizen: von Giotto bis Talenti

Die Geschichte des Campanile beginnt im Jahr 1298, als Arnolfo di Cambio die Fundamente gräbt. Aber es ist Giotto, der 1334 den eigentlichen Impuls gibt. Der Künstler stirbt drei Jahre später und hinterlässt nur das Fundament; es ist an Andrea Pisano und dann an Francesco Talenti, das Werk 1359 zu vollenden. Der ursprüngliche Plan sah eine Spitze vor, die nie gebaut wurde, aber die Harmonie der Massen und Marmore ist dennoch perfekt. Die Dekorationen erzählen die mittelalterliche Welt: Arbeit, Tugenden, Planeten und Sakramente. In den Jahren 1956-57 wurden fünf Glocken neu gegossen, ein Zeichen, dass der Turm noch immer lebendig ist.

  • 1298 – Fundamente von Arnolfo di Cambio
  • 1334 – Giotto leitet die Baustelle
  • 1337 – Nach Giottos Tod übernimmt Andrea Pisano
  • 1359 – Francesco Talenti vollendet den Campanile

Der Aufstieg und die Terrasse: ein Florenz wie im Traum

Die 414 Stufen zu erklimmen ist ein Weg durch den Turm selbst: zuerst die Räume mit den einfachen Fenstern, dann die mit den zweibogigen Fenstern, bis zur Glockenstube mit den sieben Glocken (eine heißt Santa Reparata). Die Treppen sind steil und schmal, aber man geht ruhig und bleibt oft stehen. Der letzte Abschnitt mündet auf die Panoramaterrasse, die durch Netze geschützt ist. Und hier ist das Schauspiel total: Bei 360° siehst du die Kuppel des Brunelleschi, das Baptisterium, San Miniato und die umliegenden Hügel. Die polychromen Marmore des Glockenturms verweben sich von oben mit den Dächern von Florenz. Der Tipp? Nimm eine kleine Wasserflasche mit und atme, bevor du startest.

Skulpturen, Reliefs und das Konzert der Glocken

Der Campanile ist nicht nur Architektur: Er ist ein Freilichtmuseum. Entlang des Sockels verlaufen 56 Reliefs, die die Erschaffung des Menschen, die menschlichen Aktivitäten, die Planeten, die Tugenden und die Sakramente erzählen. Darüber wachen 16 Statuen von Propheten und Sibyllen über die Stadt; unter den Künstlern ragen Donatello und Luca della Robbia hervor. Achtung: Was du siehst, sind Abgüsse, denn die Originalwerke befinden sich im Museo dell’Opera del Duomo. Oben in der Glockenstube leben sieben Glocken: Die größte, die Santa Reparata, wiegt etwa 5.000 kg und stammt aus dem Jahr 1475 (1705 umgegossen). Zwei sind historisch, die anderen wurden in den 1950er Jahren umgegossen. Ein Erbe, das Kunst, Glaube und Alltagsleben vereint.

Warum sich ein Besuch lohnt

Jenseits der Schönheit bietet der Giotto-Glockenturm praktische Vorteile. Erstens: ein unbezahlbarer Blick auf die Brunelleschi-Kuppel, ohne sie erklimmen zu müssen – und mit weniger Mühe. Zweitens: Mit dem Sammelticket der Opera del Duomo können Sie auch Baptisterium, Museum und Santa Reparata besichtigen, sodass Sie ein einzigartiges Erlebnis im Herzen von Florenz organisieren. Drittens: Die strategische Lage auf der Piazza del Duomo macht es sehr einfach, es in jede Reiseroute einzubauen, auch wenn man wenig Zeit hat. Und dann, seien wir ehrlich, die Befriedigung, 414 Stufen geschafft zu haben und Florenz von oben zu betrachten, ist unbezahlbar.

Beste Reisezeit

Die beste Zeit? Sobald es öffnet, wenn das tiefe Morgenlicht den weißen, grünen und roten Marmor erstrahlen lässt und die Luft noch frisch ist. Alternativ bietet der späte Nachmittag einen goldenen Sonnenuntergang über der Stadt, mit langen Schatten auf den Dächern. Vermeide die Mittagsstunden, besonders im Hochsommer: Die Schlange kann lang sein und der Aufstieg in der prallen Sonne ist nicht gerade optimal. Wenn möglich, wähle einen klaren Tag, vielleicht nach einem Regenschauer: Die Sicht reicht bis zu den Hügeln und der Blick wird wirklich unendlich. Im Winter, bei klarer Luft, ist der Anblick auf die Kuppel und den Apennin spektakulär.

In der Umgebung

Nach dem Abstieg befindest du dich bereits im Herzen des Florentiner Kulturerbes. Nur wenige Schritte entfernt liegt das Baptisterium San Giovanni mit seinen Bronzetüren und goldenen Mosaiken: Es lohnt sich, einen Stopp einzulegen, auch nur, um die Außenansicht zu bewundern. Danach schau im Museo dell’Opera del Duomo vorbei: Dort sind die Originalskulpturen des Campanile aufbewahrt, darunter der berühmte Habakuk von Donatello. Das ist der perfekte Abschluss der Reise, von den Kopien zum Original. Und wenn du noch Zeit hast, ist die Piazza della Signoria gleich um die Ecke; aber auch ein einfacher Spaziergang durch die Straßen rund um den Dom beschert überraschende Ecken.

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💡 Vielleicht wusstest du nicht, dass…

Wissenswertes: Giotto sah nur das erste Geschoss des Turms, da er 1337 starb, und der ursprüngliche Plan sah eine Spitze vor, die den Campanile auf 115 Meter gebracht hätte. Heute ist der Turm in Videospielen wie Assassin’s Creed vertreten und erscheint im Roman ‘Inferno’ von Dan Brown. Wenn du bei Sonnenuntergang gehst, ist der Blick auf die Hügel und den Dom pure Magie.