Der Sacro Bosco di Bomarzo, auch Parco dei Mostri genannt, ist ein manieristischer Garten aus dem 16. Jahrhundert, der von Fürst Pier Francesco Orsini zum Gedenken an seine Frau Giulia Farnese angelegt wurde. Zwischen grotesken Statuen, labyrinthischen Pfaden und esoterischen Symbolen bietet er ein einzigartiges Erlebnis. Hier erfahren Sie, was Sie sehen und wissen sollten, um Ihren Besuch zu planen.
– Monumentale Skulpturen: Orco, Drache, Elefant, Schiefes Haus und über 30 Werke aus Peperino.
– Faszinierende Geschichte: entworfen von Pirro Ligorio zwischen 1552 und 1580, verlassen und von Dalí wiederentdeckt.
– Praktische Informationen: ganzjährig geöffnet, Eintritt 15€, Besuchsdauer 2 Stunden, kostenlose Parkplätze.
– In der Umgebung: Bomarzo, Civita di Bagnoregio und die Thermen von Bullicame.
Einführung
Wenn Sie denken, dass Renaissance-Gärten nur Ordnung und Symmetrie sind, haben Sie den Sacro Bosco von Bomarzo noch nicht gesehen. Hier herrschen Chaos, Überraschung und Provokation. Bekannt als Park der Monster, ist es ein Wald, bevölkert von riesigen Skulpturen aus Peperin: Drachen, Schildkröten, ein Kriegselefant und der ikonische Oger mit seinem aufgerissenen Mund. Jede Ecke verbirgt eine rätselhafte Inschrift wie das berühmte „jeder Gedanke fliegt“. Es ist kein Museum, es ist ein Erlebnis, das Sie sich verloren fühlen lässt in einem Traum (oder Albtraum) des 16. Jahrhunderts. Und das Schöne daran? Es gibt keinen vorgeschriebenen Weg: Sie verlieren sich und finden sich wieder zwischen Steinmonstern.
Historische Notizen
Das Sacro Bosco wurde von Fürst Pier Francesco Orsini, genannt Vicino, in Auftrag gegeben, um die Trauer um seine Frau Giulia Farnese zu verarbeiten. Der Bau begann 1573 nach dem Entwurf des Architekten Pirro Ligorio und dauerte bis 1585. Im Gegensatz zu Renaissancegärten dominiert hier das Groteske. Nach dem Tod des Fürsten geriet der Park für Jahrhunderte in Vergessenheit. Erst in den 1940er Jahren wurde er durch einen Kurzfilm von Salvador Dalí wiederentdeckt, der ihn als eine einzigartige historische Erfindung bezeichnete. Heute ist er für die Öffentlichkeit zugänglich und wird von der Familie Bettini verwaltet, die ihn restauriert hat.
Die Statuen, die dich ansehen
Mehr als nur Statuen, sie sind Präsenzen. Der Oger mit aufgerissenem Mund ist das Symbol: Tretet ein und ihr fühlt euch wie in Dantes Hölle. Dann gibt es das Schiefe Haus, das auf einem geneigten Felsen gebaut ist: Steigt hinauf und euer Gleichgewichtssinn wird verrücktspielen. Verpasst nicht den Elefanten mit dem Turm, der einen Legionär zerdrückt, inspiriert von den Punischen Kriegen, und den Drachen, der von Hunden bekämpft wird. Jede Skulptur wird von in den Stein gemeißelten Versen begleitet, oft ironisch oder philosophisch. Die Werke sind aus Peperino, dem lokalen Vulkangestein, und einige sind bis zu 10 Meter hoch.
Ein Labyrinth der Symbole
Der Park ist nicht nur bizarr: Er ist ein Initiationsweg. Jede Statue hat eine allegorische Bedeutung. Die beiden Sphingen am Eingang fordern Sie heraus: „Wer hier eintritt, betrachte Teil für Teil und sage mir dann, ob so viele Wunder durch Täuschung oder durch Kunst geschaffen wurden.“ Der Weg führt von oben nach unten, wie eine Reise ins Unbewusste. Die Inschrift im Palazzo Orsini lautet: „Erkenne dich selbst, besiege dich selbst, lebe für dich selbst.“ Viele Werke beziehen sich auf den Orlando Furioso und die Göttliche Komödie. Suche nicht nach Ordnung: Sich zu verlieren ist der Sinn.
Warum es einen Besuch wert ist
1) Es ist einzigartig auf der Welt: Es gibt keinen anderen Park dieser Art, eine Verbindung von Kunst, Literatur und Natur. 2) Es ist ein Sinneserlebnis: Berühren Sie die Statuen, gehen Sie in den Orco hinein, spüren Sie die Neigung des schiefen Hauses. 3) Es ist für alle geeignet: Kinder, Erwachsene, Familien. Der Besuch dauert etwa zwei Stunden, fast immer im Schatten. Außerdem kostet das Ticket 15€ für Erwachsene, 9€ für Kinder von 4-13 Jahren, kostenlos unter 4. Tipp: Nehmen Sie den kostenlosen Führer für Gruppen, aber auch allein lohnt es sich.
Beste Reisezeit
Vermeiden Sie den Sommer, wenn Sie keine Hitze mögen, aber der Wald bietet Schatten. Die magischste Zeit ist der späte Nachmittag, wenn das tief stehende Licht lange Schatten zwischen den Skulpturen wirft. Im Herbst verleihen die gefallenen Blätter zusätzlichen Reiz, im Frühling die Wildblumen. Der Park ist das ganze Jahr über geöffnet, außer am 25. Dezember. Im Winter schließt er bei Sonnenuntergang, daher ist es besser, morgens zu gehen. Empfehlung: Wählen Sie einen Wochentag, um den Park fast menschenleer zu erleben.
In der Umgebung
Nach den Monstern gönnen Sie sich eine Pause in den natürlichen Thermalquellen des Bullicame in Viterbo, einer schwefelhaltigen heißen Quelle, in der einst die heilige Rosa badete. Wenige Kilometer entfernt liegt Civita di Bagnoregio, die „sterbende Stadt“, die auf einem Tuffsteinfelsen thront und zu Fuß erreichbar ist. Auch die Dörfer Soriano nel Cimino und Vitorchiano sind einen Abstecher wert. Wenn Sie Zeit haben, besuchen Sie das Zentrum von Viterbo mit seinem mittelalterlichen Viertel San Pellegrino.