Ex Casa del Fascio Como: rationalistisches Meisterwerk von Terragni

Das ehemalige Casa del Fascio in Como ist eine Ikone der rationalistischen Architektur, entworfen von Giuseppe Terragni und 1936 fertiggestellt. Heute, nachdem es Sitz der Guardia di Finanza war, wurde es in ein Museum des italienischen Rationalismus umgewandelt und erzählt die Geschichte eines Gebäudes, das die Stadt geprägt hat. Der Besuch ermöglicht es, das ursprüngliche Atrium, die Gedenkstätte und die berühmte Fassade aus Botticino-Marmor zu bewundern, ein perfektes Gleichgewicht von Massen und Leerräumen.
Höhepunkte:
Rationalistische Architektur: reine Geometrie und Goldener Schnitt in jedem Detail.
Weiße Marmorfassade: vier verschiedene Ansichten, die mit Licht spielen.
Museum des Rationalismus: 2022 eröffnet, zeigt die Entwicklung der modernen Bewegung.
Blick auf den Platz: Das Gebäude liegt an der Piazza del Popolo, dem Herzen der Stadt.


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Copertina itinerario Ex Casa del Fascio Como: rationalistisches Meisterwerk von Terragni
Das ehemalige Casa del Fascio in Como, ein Meisterwerk von Giuseppe Terragni, ist heute Museum des italienischen Rationalismus. Besuchen Sie das Atrium und bewundern Sie die weiße Marmorfassade mit perfekten Geometrien und Lichtspielen.

Wissenswertes


Einleitung: Geometrie und Licht

Sie stehen vor einem fast perfekten Würfel: 33 Meter Seitenlänge, 16,60 Meter Höhe, verkleidet mit weißem Botticino-Marmor. Die ehemalige Casa del Fascio in Como ist kein gewöhnliches Denkmal: Sie ist eines der herausragendsten Beispiele des italienischen Rationalismus, entworfen von Giuseppe Terragni. Jede Fassade ist anders, ein Spiel von Massen und Leerräumen, das sich mit dem Tageslicht verändert. Man scheint fast die Luft der Moderne zu atmen, zwischen essenziellen Geometrien und Glasbausteinen. Es ist ein Ort, der von einer Epoche erzählt, aber auch davon, wie Architektur Poesie sein kann.

Historischer Überblick

Das Gebäude wurde zwischen 1933 und 1936 als Sitz der faschistischen Partei erbaut. Nach dem Krieg ging es an das CLN und dann ab 1957 an die Finanzwache. Im Jahr 2022 wurde es zum Nationalmuseum des italienischen Rationalismus, auch wenn ein Großteil noch von Militärbüros belegt ist. Die Geschichte ist geprägt von Kontroversen: Abrissversuche, Versteigerungen, Restaurierungen. Heute ist es ein Symbol von Como.

  • 1933-36: Bau nach Entwurf von Giuseppe Terragni
  • 1945: vom CLN besetzt
  • 1957: der Finanzwache zugewiesen
  • 1986: unter Denkmalschutz gestellt
  • 2022: als Museum des Rationalismus eröffnet

Die Fassaden: Eine Architektur im Werden

Die vier Fassaden sind alle unterschiedlich, aber durch eine mathematische Strenge vereint. Die Hauptfassade an der Piazza del Popolo wird von einer fünfachsigen Loggia dominiert, die das Volumen aushöhlt. Die anderen wechseln zwischen L-förmigen Fenstern, vertikalen Verglasungen und Glasbetonwänden. Der Effekt ist eine durchgehende Transparenz, als ob das Gebäude mit dem Platz atmet. Die Materialien? Weißer Marmor für die opaken Teile, Glasbeton für die transparenten. Eine perfekte Balance zwischen Masse und Leere, Licht und Schatten.

Innenräume: Die Eingangshalle und der Versammlungssaal

Beim Betreten empfängt dich die Eingangshalle mit einer abgehängten Decke aus belgischem schwarzem Marmor. Von hier gelangt man in die Gedenkstätte, die heute den Gefallenen der Finanzwache gewidmet ist. Das wahre Juwel ist der Versammlungssaal: ein doppelstöckiger Raum, der von oben durch eine Glasbetondecke beleuchtet wird. Die Wände, einst blaugrün, beherbergten Tafeln von Mario Radice und das Bild des Duce auf Glas – heute verschwunden. Die Haupttreppe aus Marmor ist der Mittelpunkt: Von dort gehen die Balkone ab, die die Büros verbinden.

Warum sich ein Besuch lohnt

Erstens: Es ist ein Meisterwerk des Rationalismus und eines der meistfotografierten Gebäude der Welt. Zweitens: Der Besuch der Eingangshalle ist kostenlos und vermittelt die Essenz von Terragnis Entwurf. Drittens: Es liegt im Zentrum, nur wenige Schritte vom Dom und vom See entfernt. Eine Reservierung ist nicht nötig, aber achten Sie auf besondere Veranstaltungen – manchmal wird der Saal für temporäre Ausstellungen geöffnet. Eine einzigartige Gelegenheit, ein Stück Architekturgeschichte zu sehen.

Wann besuchen

Die beste Zeit? Am späten Nachmittag, wenn die tief stehende Sonne die Hauptfassade beleuchtet und die Arkaden scharfe Schatten werfen. Im Frühling oder Herbst ist das Licht weicher. Vermeide die Mittagsstunden im Sommer, die zu hart sind. Wenn du Glück hast, erlebst du die abendliche Kunstbeleuchtung, die die Kontraste zwischen Marmor und Glas betont. Auch am frühen Morgen, wenn der Platz noch still ist, ist die Wirkung bemerkenswert.

In der Nähe

Die ehemalige Casa del Fascio befindet sich auf der Piazza del Popolo, nur wenige Schritte vom Dom von Como (einem weiteren gotisch-romanischen Meisterwerk) und dem Teatro Sociale, einem eleganten neoklassizistischen Gebäude, entfernt. Wenn Sie Zeit haben, machen Sie einen Spaziergang zur Seepromenade: Von dort ist der Blick auf die Berge spektakulär. Für Architekturbegeisterte befindet sich in der Nähe der Asilo Sant’Elia von Terragni (leider wegen Restaurierungsarbeiten geschlossen).

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💡 Vielleicht wusstest du nicht, dass…

Eine interessante Anekdote: Das Gebäude wurde unter Verwendung des Goldenen Schnitts entworfen, und seine vier Fassaden sind bewusst unterschiedlich, fast als sollten sie die verschiedenen Gesichter des Regimes darstellen. Während des Zweiten Weltkriegs diente der Versammlungssaal als Schutzraum. Heute macht der Kontrast zwischen seiner faschistischen Geschichte und dem neuen Museumsleben ihn zu einem einzigartigen Ort der Reflexion.