MUDI Taranto: Byzantinische Goldschätze und mittelalterliche Reliquien im Herzen der Altstadt

Das MUDI Diözesanmuseum von Taranto, neben dem Dom gelegen, bietet eine Reise durch die sakrale Kunst mit einer Dauerausstellung, die von der byzantinischen Epoche bis zum 18. Jahrhundert reicht. Die moderne und klare Ausstellungsgestaltung macht den Besuch für alle zugänglich, auch für Nicht-Experten.

  • Byzantinische Goldschmiedearbeiten, darunter ein Reliquienkreuz aus dem 12. Jahrhundert
  • Sakrale Gewänder vom 14. bis zum 19. Jahrhundert, wie ein Seidenkasel aus dem 14. Jahrhundert
  • Mittelalterliche Reliquiare, darunter das des Heiligen Cataldus aus dem 15. Jahrhundert
  • Liturgische Geräte der Kathedrale, erstmals nach der Restaurierung ausgestellt


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Copertina itinerario MUDI Taranto: Byzantinische Goldschätze und mittelalterliche Reliquien im Herzen der Altstadt
Das MUDI Diözesanmuseum von Taranto beherbergt eine Sammlung sakraler Kunst aus der byzantinischen Zeit bis zum 18. Jahrhundert, mit einzigartigen Goldarbeiten, liturgischen Gewändern und Reliquiaren. Moderne Ausstellungsgestaltung und erstmals nach der Restaurierung gezeigte Stücke.

Wissenswertes


Einführung

Im Herzen der Altstadt von Tarent bewahrt das MUDI Diözesanmuseum heilige Schätze, die Jahrhunderte des Glaubens und der Kunst erzählen. Direkt neben der Kathedrale San Cataldo gelegen, bietet das Museum eine emotionale Reise durch byzantinische Goldschmiedearbeiten, mittelalterliche Reliquien und liturgische Gewänder, die in den restaurierten Sälen erstrahlen. Hier spricht jedes Objekt von Hingabe und handwerklicher Meisterschaft, vom Chormantel aus dem 14. Jahrhundert bis zu den Silberkelchen. Die Atmosphäre ist intim und stimmungsvoll, perfekt für alle, die ein authentisches Kulturerlebnis abseits der Menschenmengen suchen. Das MUDI zu betreten bedeutet, eine Ecke apulischer Spiritualität zu entdecken, wo Geschichte und Schönheit sich zu einem fesselnden Rundgang verbinden.

Historische Einblicke

Das MUDI wurde 2011 gegründet, um das Erbe der Diözese Tarent zu bewahren, doch seine Wurzeln reichen bis ins Mittelalter zurück. Viele Exponate stammen aus der Kathedrale San Cataldo, die im 11. Jahrhundert auf einem früheren byzantinischen Gebäude errichtet wurde. Zu den ältesten Stücken zählen Reliquiare aus dem 13. Jahrhundert und liturgische Gewänder, die von Bischöfen wie Giuseppe Capecelatro im 18. Jahrhundert gestiftet wurden. Die Sammlung umfasst auch Werke, die aus im Laufe der Zeit beschädigten Kirchen gerettet wurden, und zeugt von der Kontinuität des Glaubens in Tarent.

  • 11. Jh.: Gründung der Kathedrale San Cataldo
  • 13. Jh.: Anfertigung der ersten mittelalterlichen Reliquiare
  • 18. Jh.: Stiftungen von Bischöfen wie Capecelatro
  • 2011: Offizielle Eröffnung des MUDI

Byzantinische Schätze und Goldarbeiten

Die Abteilung für byzantinische Kunst ist ein wahres Juwel mit Ikonen und Prozessionskreuzen aus Silber und Gold, die aus der Zeit der östlichen Herrschaft über Tarent stammen. Besonders hervorzuheben ist ein Reliquienkreuz aus dem 12. Jahrhundert, das fein ziseliert wurde und einst bei Prozessionen durch die Straßen der Stadt getragen wurde. Die Dekorationsmotive zeigen griechische und lokale Einflüsse, ein Zeichen des kulturellen Austauschs im Mittelmeerraum. Diese Artefakte sind nicht nur Kultgegenstände, sondern Meisterwerke der Goldschmiedekunst, die die handwerkliche Fertigkeit apulischer Kunsthandwerker im Umgang mit Edelmetallen demonstrieren.

Sakrale Gewänder und Textilien

Das MUDI bewahrt eine seltene Sammlung von liturgischen Gewändern vom 14. bis zum 19. Jahrhundert, darunter Pluviale, Stolen und Kaseln, die mit Goldfäden bestickt sind. Besonders wertvoll ist ein Pluviale aus Seide aus dem 14. Jahrhundert, verziert mit biblischen Szenen und eucharistischen Symbolen, das bei feierlichen Gottesdiensten verwendet wurde. Die Textilien, oft von adligen Familien aus Tarent gestiftet, erzählen von der Entwicklung des lokalen Handwerks und der Bedeutung der Liturgie im täglichen Leben. Aus der Nähe betrachtet lassen sich minutiöse Details wie altmodische Stickereien und Perlenapplikationen bewundern.

Warum es einen Besuch wert ist

Drei konkrete Gründe, das MUDI nicht zu verpassen: Erstens ist die Sammlung mittelalterlicher Reliquiare eine der bedeutendsten Süditaliens mit einzigartigen Stücken wie dem Reliquiar des Heiligen Cataldus. Zweitens macht die moderne und gepflegte Ausstellungsgestaltung den Besuch für alle zugänglich, mit klaren Erklärungstafeln und einer Beleuchtung, die die Objekte hervorhebt. Drittens bietet das Museum ein immersives Erlebnis in die tarantinische Spiritualität, fernab des touristischen Trubels – ideal für alle, die die Religionsgeschichte Apuliens in Ruhe vertiefen möchten.

Beste Reisezeit

Die beste Zeit für einen Besuch des MUDI ist in den Morgenstunden, wenn das natürliche Licht durch die Fenster fällt und das Gold der Vitrinen beleuchtet, was eine magische Atmosphäre schafft. Vermeiden Sie die überfüllten Wochenenden, um die Ruhe des Ortes zu genießen. Im Frühling und Herbst macht das milde Klima von Tarent auch den Spaziergang durch die Altstadt vor oder nach dem Besuch angenehm und verleiht dem Erlebnis eine besondere Note.

In der Umgebung

Nur wenige Schritte vom MUDI entfernt, sollten Sie den Dom San Cataldo nicht verpassen, mit seiner barocken Kapelle, die dem Schutzpatron gewidmet ist, und der mittelalterlichen Krypta. Für ein thematisches Erlebnis besuchen Sie das MARTa – Nationales Archäologisches Museum von Tarent, das die berühmten Goldschmiedearbeiten von Tarent beherbergt und den Weg zwischen sakraler und antiker Kunst vervollständigt.

Routen in der Umgebung


💡 Vielleicht wusstest du nicht, dass…

Zu den faszinierendsten Stücken gehört das Reliquiar des Heiligen Cataldus aus vergoldetem Silber aus dem 15. Jahrhundert, das der Überlieferung nach die tarantinischen Seeleute während der Stürme beschützte. Die Legende besagt, dass sich das Reliquiar während der Prozession des Heiligen wundersam erleichterte und die Träger vor einem Einsturz rettete. Im Museum werden auch Pyxiden und Kelche aufbewahrt, die jahrhundertelang bei den feierlichsten Gottesdiensten im Dom verwendet wurden – stille Zeugen von Glauben und Riten, die die Geschichte der Stadt geprägt haben.