Willkommen am Leuchtturm Scoglietto
Stellen Sie sich eine felsige Landzunge vor, die ins Blau des Tyrrhenischen Meeres eintaucht, mit einem weißen Leuchtturm auf der Spitze: Dies ist der Faro dello Scoglietto, vielleicht der suggestivste Ort in Portoferraio. Es ist kein gewöhnlicher Leuchtturm: Er ist ein ehemaliger militärischer Vorposten, der in eine friedliche Zuflucht verwandelt wurde, nur zu Fuß oder mit dem Boot erreichbar. Die Stille wird nur vom Rauschen der Wellen und dem Wind unterbrochen. Von hier aus reicht der Blick über den Golf und die Hügel Elbas, und bei Sonnenuntergang färbt sich der Himmel orange und rosa. Es ist der Ort, der in einem bleibt, auch lange nachdem man ihn verlassen hat.
Ein Stück Geschichte
1864 von der italienischen Marine erbaut, sollte der Leuchtturm Scoglietto die Schiffe im Kanal von Piombino leiten. Bis in die 1970er Jahre wurde er von Wärtern betreut, die hier in völliger Abgeschiedenheit lebten.
2022 wurde er restauriert und für die Öffentlichkeit geöffnet und ist heute ein privilegierter Aussichtspunkt. Der Leuchtturm ist unbewohnt, aber seine Mauern erzählen von Schiffbrüchen und stürmischen Nächten. Hier die wichtigsten Meilensteine:
- 1864 – Bau des Leuchtturms nach einem Entwurf der Marine.
- 1970 – Automatisierung und Aufgabe der festen Wache.
- 2022 – Restaurierung und touristische Wiedereröffnung.
Die Wanderung zum Scoglietto
Um zum Leuchtturm zu gelangen, folgt man einem unbefestigten Weg, der an der Salita degli Scoglietti beginnt. Er ist nicht schwierig, aber man braucht eine gute Stunde Fußmarsch durch Macchie und atemberaubende Panoramen. Die Spur ist gut markiert, aber im letzten Abschnitt wird sie steiler und felsiger. Dafür bietet jede Kurve eine andere Aussicht: versteckte Buchten, das Profil von Capo Bianco und die Silhouetten der Inseln Cerboli und Palmaiola. Nimm Wasser und einen Hut mit: Im Sommer brennt die Sonne stark. Ich habe auf halbem Weg eine Pause gemacht, um die blühenden Ginster zu bewundern – es sah aus wie ein Gemälde.
Baden und Schnorcheln zwischen den Felsen
Unter dem Leuchtturm ist das Meer ein Aquarium: klares Wasser und ein Meeresboden reich an Seegras und kleinen bunten Fischen. Es gibt keinen richtigen Strand, aber man taucht direkt von den flachen Felsen ins Wasser. Ich habe um die Felsen herum geschnorchelt und Wolfsbarsche und Mönchsfische gesehen. Höchste Vorsicht: Die Felsen sind rutschig und es gibt keine Einrichtungen, also bring Badeschuhe und einen Snack mit. Das Schöne ist, dass es hier nicht überfüllt ist, im Gegensatz zu den bewirtschafteten Stränden von Portoferraio. Es ist eine wilde Ecke, perfekt für alle, die einen authentischen Kontakt mit dem Meer suchen.
Warum es besuchen
Drei Gründe: Erstens, der Sonnenuntergang ist eine meditative Erfahrung – der Leuchtturm erstrahlt in warmem Licht und das Meer wird zu einer goldenen Platte. Zweitens ist es ein wenig bekannter Ort abseits der Massenrouten, also genieße die Ruhe. Drittens schenkt der Spaziergang ein Abenteuergefühl: Du kommst nicht mit dem Auto an, du verdienst ihn dir. Wenn du Fotograf bist, bringe ein Weitwinkelobjektiv mit, um die steil abfallende Klippe über dem Meer einzufangen. Und wenn du ein Fernglas hast, siehst du vielleicht die Delfine auf dem Meer, wie es mir passiert ist.
Wann reisen
Die beste Zeit? Der späte Nachmittag, zwei Stunden vor Sonnenuntergang. Das Licht ist weich, die Hitze lässt nach, und nach dem Abstieg kannst du in Portoferraio zu Abend essen. Im Frühling (April-Juni) steht die Macchia in Blüte und der Pfad duftet nach Immortelle und Rosmarin. Der Herbst ist ideal für alle, die Menschenmassen meiden: September und Oktober bescheren milde Tage und noch warmes Meer. Vermeide Juli-August zur Mittagszeit, es sei denn, du möchtest direkt nach dem Spaziergang ein erfrischendes Bad nehmen.
In der Umgebung
Nach dem Besuch empfehle ich einen Abstecher zum Capo Bianco, zehn Autominuten entfernt: ein Strand mit schneeweißen Kieselsteinen und einem Kiosk, wo man einen ausgezeichneten Oktopussalat essen kann. Oder, wenn Sie Archäologie mögen, erzählt das Museo della Linguella in Portoferraio die römische Geschichte Elbas mit Fundstücken aus den Villen an der Küste. Zwei völlig unterschiedliche Erlebnisse, aber beide nur einen Schritt vom Leuchtturm entfernt.