Wenn Sie Ragusa authentisch und abseits der Menschenmassen entdecken möchten, führt Sie diese eintägige Wanderroute durch Barock und versteckte Gassen. Mit 7 gut abgestimmten Stationen starten Sie an der Villa Margherita, gehen am Palazzo della Cancelleria vorbei und besuchen die Kirchen der Altstadt. Jede Station ist darauf ausgelegt, die Atmosphäre der Stadt in Ruhe zu genießen. Ideal für alle, die gerne zu Fuß unterwegs sind und in die Geschichte eintauchen möchten. Die Route verläuft über Straßen und Treppen, mit einigen Anstiegen, aber machbar. Lassen Sie sich die architektonischen Details der Barockkirchen und die malerischen Ausblicke in den Gassen nicht entgehen. Praktisch: Bringen Sie bequeme Schuhe und Wasser mit. In einem Tag erleben Sie Ragusa in seiner ganzen Vielfalt.
🗺️ Route im Überblick
Diese Route beschert Ihnen einen intensiven Tag zwischen barocken Meisterwerken und geheimen Winkeln Ragusas. Perfekt für alle, die ein langsames, aber entdeckungsreiches Erlebnis suchen.
- Ideal für: neugierige Reisende, die sich gerne in historischen Gassen verlieren
- Stärken: 7 Stationen, die Kunst, Architektur und Atmosphären vergangener Zeiten vereinen
- Für wen: für alle, die eine Fußtour abseits der üblichen Touristenpfade suchen
Etappen der Route
Etappe Nr. 1
Villa Margherita: Eintauchen in Grün und Geschichte
Der erste Stopp dieses Spaziergangs in Ragusa konnte nur ein Ort sein, an dem die Zeit langsamer zu vergehen scheint: Villa Margherita. Dieser öffentliche Garten, 1891 auf einer Auffüllung von Abfallmaterialien aus den Minen entstanden, ist heute eine Oase von 19.000 Quadratmetern im Herzen der Stadt. Wenn Sie von der Via Palermo oder vom Viale del Fante eintreten, empfängt Sie eine von uralten Bäumen beschattete Allee. Darunter ragt ein majestätischer Ficus macrophylla hervor, hoch und kräftig, mit einem Umfang von 5 Metern gemessen in Brusthöhe. Beim Spaziergang zwischen Blumenbeeten und Bänken stoßen Sie auf einen kleinen Teich und einen Kinderspielplatz. Die Villa hat jedoch eine bewegte Vergangenheit: Hier befanden sich ein Basketballstadion und Tennisplätze, die 1994 von einem Erdloch verschluckt wurden. Heute ist sie ein Treffpunkt für Familien und Jugendliche, besonders im Sommer. Ein perfekter Zwischenstopp, um die Route durch das barocke Ragusa gemächlich zu beginnen.
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Etappe Nr. 2
Kirche Ecce Homo
Lass das Chaos hinter dir und schlage den Weg Via Ecce Homo ein: Hier empfängt dich die Kirche Ecce Homo mit einer turmartigen Fassade, die den Himmel zu berühren scheint. Erbaut zwischen 1808 und 1856 an der Stelle einer kleinen ländlichen Kirche, die der Madonna del Rosario geweiht war, ist sie ein Juwel des sizilianischen Spätbarock mit neoklassizistischen Einflüssen. Sobald du eintrittst, fällt dir die besondere himmelblaue Farbe der Stuckarbeiten auf, einzigartig in der Gegend von Ibla, geschaffen von den Brüdern Sesta im Jahr 1864. Die Serassi-Orgel von 1857 ist noch funktionstüchtig, und wenn du Glück hast, kannst du ihren kraftvollen Klang hören. Verpasse nicht die künstlerischen Glasfenster von Duilio Cambellotti (Geburt Christi, Pfingsten und Christus mit der Dornenkrone), die bei Sonnenuntergang ein warmes Licht filtern. Im linken Querschiff blickt dich eine hölzerne Büste des Ecce Homo aus dem 18. Jahrhundert mit intensivem Blick an. Nimm dir einen Moment der Stille: Diese Kirche liegt oft abseits der Touristenströme, ist aber absolut einen Halt wert.- Via Mentana, Ragusa (RG)
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Etappe Nr. 3
Kirche des Heiligen Bartholomäus
Geht man die Via Risorgimento entlang, erreicht man in wenigen Minuten die Kirche des Heiligen Bartholomäus, eine der ältesten Kirchen Ragusas. Im 16. Jahrhundert erbaut und dem Erdbeben von 1693 getrotzt, thront sie auf einem Felsvorsprung, der das Viertel San Paolo überragt. Die Fassade ist schlicht, fast kahl, mit einem kleinen Glockenturm, der die Jahreszahl 1696 trägt. Treten Sie ein und lassen Sie sich von der beschaulichen Atmosphäre überraschen: Der einschiffige Innenraum bewahrt nur einige Reste der Altäre, doch die wahre Überraschung ist die Statue des heiligen Bartholomäus – ein abgemagertes Gesicht ohne Gliedmaßen, das eine Geschichte von Verlassenheit und Wiedergeburt zu erzählen scheint. Jahrzehntelang in den Magazinen der Kurie vergessen, wurde sie 2016 restauriert und steht nun wieder in einer Seitenkapelle. Von der Kirche aus hat man einen unglaublichen Blick auf Ragusa Ibla – einen wahren Balkon über der Barockstadt. Heute wird die Kirche von einem Kulturverein betrieben, der Veranstaltungen, Konzerte und Ausstellungen organisiert: Wenn Sie Glück haben, können Sie sie während einer Aufführung besuchen. Ein Ort abseits der Touristenströme, der Ihnen ein authentisches Erlebnis schenkt.- Via Risorgimento, Ragusa (RG)
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Etappe Nr. 4
Kirche San Giuseppe
Nach der Kirche San Bartolomeo schlängelst du dich durch die Gassen von Ragusa Ibla, bis du die majestätische Kirche San Giuseppe erreichst, die am Corso Venticinque Aprile liegt. Sie wurde ab 1756 nach einem Entwurf von Rosario Gagliardi erbaut und ersetzte die zuvor bestehende Kirche San Tommaso, die beim Erdbeben von 1693 zerstört wurde. Die konvexe Fassade, typisch für den sizilianischen Barock, ist ein Triumph der Bildhauerei: drei Ordnungen mit zahlreichen Statuen der Benediktinerheiligen (San Benedetto, San Mauro, Santa Gertrude, Santa Scolastica). Das ovale Innere empfängt dich mit einer zurückhaltenden, fast intimen Atmosphäre. Hier kannst du das Fresko Gloria di San Giuseppe von Sebastiano Monaco (1793) und das Gemälde Sacra Famiglia von Matteo Battaglia, auch ‘Madonna delle ciliegie’ genannt, bewundern. Nicht verpassen solltest du die silberne Statue des heiligen Josef aus dem 18. Jahrhundert, ein Meisterwerk neapolitanischer Handwerkskunst. Der Boden aus schwarzem und weißem Stein und die Majolika-Fliesen vervollständigen ein Ambiente, das wie in der Zeit stehen geblieben scheint, fernab des touristischen Trubels.- Zur Detailseite: San Giuseppe Kirche: Das barocke Juwel von Ragusa Ibla
- Corso Venticinque Aprile, Ragusa (RG)
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Etappe Nr. 4
Kirche San Giuseppe
Nach der Kirche San Bartolomeo schlängelst du dich durch die Gassen von Ragusa Ibla, bis du die majestätische Kirche San Giuseppe erreichst, die am Corso Venticinque Aprile liegt. Sie wurde ab 1756 nach einem Entwurf von Rosario Gagliardi erbaut und ersetzte die zuvor bestehende Kirche San Tommaso, die beim Erdbeben von 1693 zerstört wurde. Die konvexe Fassade, typisch für den sizilianischen Barock, ist ein Triumph der Bildhauerei: drei Ordnungen mit zahlreichen Statuen der Benediktinerheiligen (San Benedetto, San Mauro, Santa Gertrude, Santa Scolastica). Das ovale Innere empfängt dich mit einer zurückhaltenden, fast intimen Atmosphäre. Hier kannst du das Fresko Gloria di San Giuseppe von Sebastiano Monaco (1793) und das Gemälde Sacra Famiglia von Matteo Battaglia, auch ‘Madonna delle ciliegie’ genannt, bewundern. Nicht verpassen solltest du die silberne Statue des heiligen Josef aus dem 18. Jahrhundert, ein Meisterwerk neapolitanischer Handwerkskunst. Der Boden aus schwarzem und weißem Stein und die Majolika-Fliesen vervollständigen ein Ambiente, das wie in der Zeit stehen geblieben scheint, fernab des touristischen Trubels.- Zur Detailseite: Kirche San Giuseppe Ragusa: Konvexe Barockfassade und vergoldete Innenräume
- Corso Venticinque Aprile, Ragusa (RG)
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Etappe Nr. 5
Chiesa di San Francesco all’Immacolata
Von San Giuseppe aus bewegst du dich zum höher gelegenen Teil Iblas, bis du eine der ältesten Kirchen von Ragusa erreichst: die Chiesa di San Francesco all’Immacolata. Ihre Ursprünge reichen bis in die zweite Hälfte des 13. Jahrhunderts zurück, als die Franziskaner sich hier, abseits des Zentrums, niederließen, um in Armut zu leben. Das Erdbeben von 1693 richtete enorme Schäden an, doch der barocke Wiederaufbau bewahrte wertvolle gotische Überreste: das Portal mit Hakenkapitellen und den Sockel des Glockenturms aus staufischer Zeit. Du trittst durch das Seiteneingang ein, und das Innere mit seinen drei Schiffen überrascht dich durch seine Weite, eine der größten in Ibla. Die Seitenschiffe sind eine Abfolge kleiner Kapellen mit flachen Kuppeln, während am Hauptaltar eine hölzerne Tribüne von 1906 thront, die die Statue der Unbefleckten Empfängnis beherbergt. Verpasse nicht die Cappella degli Arezzo di Donnafugata mit Sarkophagen und einem schönen schmiedeeisernen Gitter. Die Atmosphäre ist beschaulich, fern vom touristischen Trubel: Hier scheint die Zeit stillzustehen.- Zur Detailseite: Kirche San Francesco all’Immacolata: Barockfresken und ein Orgel aus dem 18. Jahrhundert in Ragusa Ibla
- Discesa Peschiera, Ragusa (RG)
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Etappe Nr. 6
Ehemalige Kirche San Vincenzo Ferreri: Geschichte und Wiedergeburt
Vom Herzen Iblas kommend, erreicht man die ehemalige Kirche San Vincenzo Ferreri, direkt am Eingang der Giardini Iblei. Gegründet 1509 von den Dominikanermönchen, wurde sie durch das Erdbeben von 1693 beschädigt, aber im 18. Jahrhundert repariert und bereichert. Im 20. Jahrhundert verfiel sie leider und das Dach stürzte ein. Erst zwischen 2004 und 2010 wurde sie durch eine Restaurierung wieder zum Leben erweckt und in ein öffentliches Auditorium mit 140 Plätzen verwandelt. Die Fassade aus Kalksteinquadern zeigt ein barockes Portal und einen Glockenturm mit einer Spitze aus bunten Zickzack-Fliesen. Nicht verpassen sollte man die große Sonnenuhr mit italienischen Stunden. Im Inneren: ein einschiffiger Raum und eine halbrunde Apsis mit gedrehten Säulen und einem Fresko einer Stadtlandschaft. Heute beherbergt es Ausstellungen, Konzerte und Konferenzen – ein Ort, der Geschichte und zeitgenössische Kultur vereint.- Viale delle Palme, Ragusa (RG)
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Etappe Nr. 7
Palazzo della Cancelleria
Die letzte Etappe führt dich zur Salita Commendatore, wo der Palazzo della Cancelleria diese Reiseroute schön abschließt. Erbaut von der Familie Nicastro in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts und 1760 vollendet, ist es ein Juwel des ragusanischen Barocks. Die Hauptfassade blickt auf einen kleinen Platz, an dem zwei Treppenläufe zusammenlaufen, die einst das untere mit dem oberen Viertel verbanden. Der Balkon ist das Highlight: getragen von fünf riesigen Konsolen mit drei Voluten, mit einem geschwungenen schmiedeeisernen Geländer und Pilastern mit Engelsköpfen. Darunter ragt das später hinzugefügte Eingangsportal etwas unbeholfen hervor, tut dem Gesamteindruck aber keinen Abbruch. Der Palast wurde im 19. Jahrhundert von der Gemeinde erworben und wurde Sitz der Kanzlei, daher sein Name. Heute, nach einer Restaurierung mit 1 Million Euro durch den Fondo Cultura, wartet er auf ein neues Leben. Gemeinsam mit der Kirche dell’Itria und dem Palazzo Cosentini bildet er den bedeutendsten Barockkomplex der Stadt.- Vico Evangelista, Ragusa (RG)
- https://www.comune.ragusa.gov.it/turismo/unesco/05cancelleria.html
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