Castello di Felino: mittelalterliche Festung und Salami-Museum

Castello di Felino: eine mittelalterliche Festung auf einem Hügel zwischen den Bächen Parma und Baganza, 18 km von Parma entfernt, mit Wassergraben, Ecktürmen und jahrhundertealter Geschichte der Familien Rossi, Sforza und Farnese. Besuchen Sie den Innenhof mit Brunnen, das Oratorio di San Pietro und die Keller des Salami-Museums im Grünen der Hügel von Parma.
– Adresse: Strada al Castello 1, Felino (PR).
– Öffnungszeiten: an Wochenenden und Feiertagen in der warmen Jahreszeit; Gruppen nach Vereinbarung in den anderen Monaten.
– Eintritt: 5 € regulär, 4 € ermäßigt für Gruppen, frei für Kinder unter 6 Jahren.
– Im Schloss finden Sie ein Gourmetrestaurant und Suiten für Veranstaltungen oder Aufenthalte.


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Copertina itinerario Castello di Felino: mittelalterliche Festung und Salami-Museum
Ein Sprung ins Mittelalter, 18 km von Parma entfernt: Das Castello di Felino vereint Türme aus dem 15. Jahrhundert, das Oratorio di San Pietro, das Salami-Museum und die Gourmetküche von Küchenchef Romano Tamani auf den Hügeln von Parma.

Wissenswertes


Burg Felino, mittelalterliche Festung und Salamimuseum

Ein Sprung ins Mittelalter, 18 km von Parma entfernt, auf den Hügeln von Parma: die Burg Felino ist die klassische Festung, die man aus Märchen kennt. Wehrtürme aus Stein und Backstein, ein Wassergraben, eine gemauerte Brücke anstelle der alten Zugbrücke: Man kommt an und spürt, wie die Zeit langsamer vergeht. Der Innenhof mit Brunnen und Arkaden bildet den Auftakt für einen Rundgang, der von der Burganlage aus dem 15. Jahrhundert bis hinab in die Keller des Salamimuseums von Felino führt. Es ist ein lebendiger Ort, kein Denkmal unter Glas: Hier isst man im Restaurant von Küchenchef Romano Tamani, es werden Hochzeiten organisiert, und wenn man möchte, kann man sogar in einer Suite übernachten. Die Geschichte geht also weiter.

Geschichtliches: von Luppone bis zu den heutigen Restaurierungen

Der Überlieferung nach entstand die Burg im Jahr 890 auf Geheiß des Markgrafen Luppone, auch wenn die ersten schriftlichen Zeugnisse aus dem 12. Jahrhundert stammen. Die Blütezeit ist mit den Rossi verbunden: Pier Maria verwandelt die Anlage in eine herrschaftliche Festung und regiert sie über ein Jahrhundert lang. 1483 erobert Ludovico il Moro die Burg mit List und lässt die Verteidigungsanlagen einebnen. Danach folgen die Pallavicino, die Sforza und die Farnese, bis hin zu den Bischöfen von Parma, die sie vom 18. Jahrhundert bis 1935 als Landsitz nutzen. In jenem Jahr wird die Burg an Privatpersonen verkauft; 1974 erwirbt die Familie Alessandrini das Anwesen und restauriert es. Hier die wichtigsten Etappen:

  • 890 – vermutlicher Bau auf Geheiß des Markgrafen Luppone
  • 12. Jahrhundert – erste Zeugnisse des castrum
  • 14.-15. Jahrhundert – höchste Blüte unter den Rossi
  • 1483 – Ludovico il Moro erobert und schleift die Befestigungsanlagen
  • 1502 – Verkauf an die Pallavicino für 15.000 Golddukaten
  • 1763-1935 – Besitz der Bischöfe von Parma
  • 1974 – Erwerb durch die heutigen Eigentümer
  • 2004 – Eröffnung des Felino-Salami-Museums

Ein Hof zwischen Türmen und Arkaden: die Architektur

Außen ist das Schloss massiv, mit vier Ecktürmen, steilen Mauern und einem Wassergraben, der es noch umgibt. Der Zugang erfolgt über eine steinerne Brücke, die früher als Zugbrücke diente. Gleich betritt man den Ehrenhof: ein Rechteck mit Brunnen in der Mitte, umgeben von Säulengängen und einer Loggia. An der Nordfassade sind Reste einer doppelten Bogenreihe zu erkennen, vielleicht einer alten Loggia. Der Bergfried im Nordwesten war die Zuflucht der Herren; der Wachturm weist noch die Rillen auf, in denen das Seil der Zugbrücke lief. Dann steigt man hinab: Unter den Gewölben befinden sich die Verliese und die alten Küchen mit originalem Kamin und Backofen. Jede Ecke hat ihre Geschichte zu erzählen.

Oratorium von San Pietro und die verborgenen Schätze

Im ersten Stock des Ostturms befindet sich das Oratorium des Heiligen Apostels Petrus, ein kleines Juwel, das Fresken mit Adels- und Kardinalswappen bewahrt. Darunter sticht die Madonna mit dem Rotkehlchen hervor, ein Votivfresko aus dem 15. Jahrhundert. Es gibt auch eine Glocke von 1652, gegossen für Ranuccio II. Farnese, Herzog von Parma und Piacenza. Diese Werke brauchen Zeit: Ein schneller Blick genügt nicht. Ich empfehle dir, kurz innezuhalten und die Symbole der Familien zu betrachten, die sich auf dem Schloss abgewechselt haben. Der Blick von den Türmen schweift derweil über die Hügel von Parma und macht alles noch schöner.

Museo del Salame di Felino: der Geschmack im Keller

Ein Besuch im Schloss Felino ist nicht vollständig, ohne in die alten Küchen und Gewölbekeller hinabzusteigen. Hier befindet sich das Museo del Salame di Felino, das 2004 eröffnet wurde: fünf Abteilungen, die das schwarze Schwein aus Parma, die Produktionstechniken und die Stimmen der Produzenten vorstellen. Der Rundgang ist interaktiv und auch für Kinder geeignet, also ideal für einen Familienausflug. Interessant: Die Salami aus Felino ist so tief verwurzelt, dass sie im Flachrelief des Baptisteriums von Parma, signiert von Benedetto Antelami, erscheint. Am Ende kann man eine Verkostung mit dem Schnitt ‘a becco di flauto’ ergänzen. Für mich ist das der perfekte Abschluss.

Warum sich ein Besuch lohnt

Das Castello di Felino ist kein kaltes Museum. Es gehört zu den wenigen Orten, an denen du eine Zeitreise ins Mittelalter unternehmen und gleichzeitig ein typisches Produkt der Food Valley von Parma entdecken kannst. Dazu kommt: Das Haus lebt. Ein Restaurant unter der Leitung von Romano Tamani, Suiten für Übernachtungen und immer wieder Events, die den Innenhof beleben. Und dann ist da noch die Lage in den Hügeln von Parma – perfekt, um den Besuch mit einer Salamiverkostung zu verbinden, am besten frisch aufgeschnitten. Buche rechtzeitig und meide Tage, an denen private Feiern stattfinden, damit du nicht vor verschlossenen Türen landest.

Beste Reisezeit

Was ist mein liebster Moment? Der späte Nachmittag eines klaren Tages, wenn das schräge Licht die steinernen Türme erhellt und das Val Baganza unterhalb der Burg in warmen Farben leuchtet. Wenn möglich, wähle das Frühjahr oder den späten Herbst: Die Hügel von Parma sind dann lebendiger, mit warmen Tönen und oft kulinarischen Events. Im Winter ist das Tempo dagegen langsamer, und Besichtigungen sind nur für Gruppen auf Voranmeldung möglich: weniger Gedränge, gewiss, aber auch eine intimere Atmosphäre. Versteif dich nicht nur auf das perfekte Wetter: Die Burg kommt bei richtigem Licht in jeder Jahreszeit zur Geltung.

In der Umgebung

Um die Reise durch die Festungen der Rossi fortzusetzen, empfehle ich dir das Castello di Torrechiara, das andere große historische Bauwerk in der Gegend von Parma, das mit derselben Familie verbunden ist. Wenn du dann den Kreis des Geschmacks schließen möchtest, kehre nach Parma zurück und suche im Baptisterium das Flachrelief mit der Salami aus Felino, das von Benedetto Antelami gemeißelt wurde: Nachdem du es im Museum gesehen hast, ist es ein schönes Spiel, es in der Stadt wiederzuerkennen. Wenn du schon in der Gegend bist, halte in einer Salumeria des Dorfes an, um eine echte Kostprobe zu bekommen, fernab der touristischen Pfade.

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💡 Vielleicht wusstest du nicht, dass…

Im Jahr 1483 eroberte Ludovico il Moro die scheinbar uneinnehmbare Burg mit einer List: Pier Maria Rossi musste nach Torrechiara fliehen. Heute erzählen die Kellergewölbe eine andere Geschichte – die der Salami von Felino, des Produkts, das der Marquis du Tillot bekannt machte und das bereits in einem Flachrelief am Baptisterium von Parma zu sehen ist.