Schloss Sant’Antonio (Klebenstein) ist ein herrschaftlicher Wohnsitz aus dem 13. Jahrhundert, gelegen in Bozen an der Talferpromenade, nur wenige Schritte von den Talferwiesen entfernt. Es befindet sich in Privatbesitz und wird noch bewohnt, daher ist eine Besichtigung von innen nicht möglich. Man kann es jedoch von außen bewundern, beim Spaziergang durch das Grüne oder über die Sant’Antonio-Brücke. Seine strategische Lage am Eingang des Sarntals macht es zu einem idealen Ziel für alle, die Geschichte und Architektur lieben.
– Mittelalterliche Ursprünge: der Karnolturm aus dem 13. Jahrhundert, im 15. und 16. Jahrhundert erweitert.
– Barocke Kapelle: dem heiligen Antonius geweiht, gibt der gesamten Gegend ihren Namen.
– Keine Innenbesichtigung: Man kann es nur von außen bewundern, aber die natürliche Umgebung ist ideal für einen Spaziergang.
– Verbindung zur Keramik: Im Keller des Schlosses wurde 1950 die berühmte Manufaktur Thun gegründet.
Schloss Sant’Antonio, das Klebenstein-Schloss in Bozen
Wenn ihr nach Bozen kommt und der Passeggiata Lungotalvera bis zum Ende folgt, erblickt ihr eine Silhouette, die aus einer anderen Zeit zu stammen scheint: Schloss Sant’Antonio, auch bekannt als Schloss Klebenstein. Es ist kein imposantes Schloss, sondern eher eine elegante Residenz, die als mittelalterlicher Turm entstand und im Laufe der Jahrhunderte umgestaltet wurde. Heute ist es in Privatbesitz und bewohnt, daher kann es nicht von innen besichtigt werden, aber man kann es von den Talferwiesen aus bewundern. Was mich beeindruckt hat? Seine Lage: am Ende der Passeggiata, fast wie eine Brücke zwischen der Stadt und dem Sarntal. Es wirkt wie ein schwebender Ort, zwischen Grün und Geschichte.
Geschichtlicher Überblick
Die Geschichte von Castel Sant’Antonio beginnt im 13. Jahrhundert, als an seiner Stelle der Wohnturm Karnol stand. Er war ein strategischer Punkt, an dem eine Brücke über den Talvera führte. Zwischen dem 14. und 16. Jahrhundert wurde der Turm erweitert und zu einer Burg umgebaut. Der deutsche Name Klebenstein stammt von der Familie Clewenstain, die im 15. Jahrhundert den Besitz innehatte. Anschließend ging er an die Weineck, die Schidmann, die Girardi, die Grafen Troyer und 1832 an die Kofler und von Aufschnaiter, die ihn bis heute besitzen. Im Jahr 1900 vollendeten sie das heutige Aussehen mit Mauern, Türmen und Pavillon. Im Jahr 1950 entstand in seinem Keller die berühmte Keramikmanufaktur Thun.
- 13. Jh.: der Wohnturm Karnol
- 1346: Erwähnung eines Wohngebäudes
- 15. Jh.: Die Familie Clewenstain gibt den Namen
- 15.–16. Jh.: Erweiterungen durch Weineck und Schidmann
- 1832: Übergang an die Kofler und von Aufschnaiter
- 1900: Vollendung des heutigen Erscheinungsbildes
- 1950: Gründung von Thun im Keller
Ein Anwesen mit barocker Kapelle
Von außen fällt sofort der größte Turm mit dem Pyramidendach und den Schießscharten ins Auge: Er ist der älteste Teil, das mittelalterliche Herz der Burg. Daneben die Ringmauer mit dem großen Zinnentor und einem zweiten Turm. Im Gesamtkomplex sind Wohngebäude und die barocke Kapelle St. Antonius zu erkennen, die der gesamten Gegend ihren Namen gab. Das Ensemble ist eher ein Landsitz als eine Festung, mit einem viereckigen Pavillon, der im 20. Jahrhundert hinzugefügt wurde. Beim Spaziergang entlang der Mauer lassen sich Details entdecken: die Fenster, die Dächer, der gepflegte Garten. Es ist ein Ort, den man in Ruhe betrachten sollte, vielleicht auf einer Bank der Talvera-Wiesen.
Der Keller, der die Thun hervorbrachte
Eine der schönsten Besonderheiten betrifft den Keller des Schlosses. Genau dort wurde 1950 die Thun gegründet, die berühmte Keramikmanufaktur, die zu einer Ikone italienischen Designs und Handwerks werden sollte. Heute hat Thun eine bedeutende Präsenz in Bozen, aber zu wissen, dass alles in diesem mittelalterlichen Keller begann, macht den Ort noch faszinierender. Wenn man das Schloss von außen betrachtet, lässt einen der Gedanke, dass darunter eine erfolgreiche Unternehmensgeschichte ihren Anfang nahm, die Dinge mit anderen Augen sehen. Es ist ein Detail, das nur wenige kennen, das aber diese Ecke der Stadt mit der Kultur des Könnens verbindet.
Warum sich ein Besuch lohnt
Auch wenn man nicht hineinkann, lohnt sich ein Stopp hier aus mindestens drei Gründen. Erstens: Es ist ein Stück mittelalterlicher Geschichte mitten im städtischen Grün und leicht zu Fuß zu erreichen. Zweitens: Es liegt an einem wunderschönen Spazierweg, der sich perfekt für einen entspannten Spaziergang eignet. Drittens: Es ist mit der Tradition der Thuner Keramik verbunden, eine Geschichte, die es zu entdecken lohnt. Ich würde gerne bei Sonnenuntergang wiederkommen, wenn die Mauern in warmem Licht erstrahlen und das Schloss noch eindrucksvoller aussieht. Man muss weder reservieren noch Tickets kaufen: einfach ankommen und die Aussicht genießen.
Beste Reisezeit
Mein Lieblingsmoment? Der späte Nachmittag an einem Frühlings- oder Herbsttag. Das niedrige Licht bringt die Farben der Mauern zum Leuchten, und der Spaziergang entlang der Talfer ist angenehm. Im Sommer kann es dagegen sehr heiß werden, aber die Wiesen bieten Schatten. Wenn Sie am Vormittag vorbeikommen, erleben Sie eine ruhige Atmosphäre, mit Einheimischen, die joggen oder ihre Hunde Gassi führen. Egal zu welcher Zeit, der Besuch ist frei und kostenlos, da er von außen stattfindet. Deshalb denke ich, dass dieser Stopp zu jeder Jahreszeit geeignet ist, mit besonderem Augenmerk auf die stimmungsvollsten Stunden.
In der Umgebung
In der Umgebung von Schloss Klebenstein gibt es zwei Orte, die sich gut kombinieren lassen. Der erste ist Schloss Runkelstein, die mittelalterliche, mit Fresken verzierte Burg, nicht weit entfernt im selben Tal. Der zweite ist der St.-Oswald-Spazierweg, der direkt neben der Burg beginnt und sich durch die Wälder schlängelt. Wenn Sie urbane Spaziergänge lieben, sind die Talferwiesen perfekt für ein Picknick oder einen Moment der Entspannung. So können Sie eine Route zu Fuß planen, die Geschichte, Natur und Stadtpanoramen vereint, ohne sich zu weit vom Zentrum zu entfernen.