Willkommen im Roten Schloss
Stellen Sie sich eine Festung vor, die auf den Wassern des Hafens von Brindisi zu schweben scheint, ganz in Rot getaucht – in ‘Rosso Carparo’ –, das bei Sonnenuntergang wie glühende Kohle leuchtet. Es ist das Castello Alfonsino, auch Castel Rosso oder Castello di Mare genannt, thronend auf der Insel Sant’Andrea. Die Anreise ist ein Erlebnis: Man geht über den langen Damm und plötzlich erhebt sich die gewaltige, dennoch elegante Festung vor einem. Die Farbe, die vom lokalen Gestein herrührt, verändert sich mit dem Licht: Am Morgen ist sie fast orange, dann wird sie zinnoberrot. Der Ort ist abgeschieden, ruhig, mit dem Geruch von Salzwasser und dem Blick auf den Kanal Pigonati. Ein echter Geheimtipp, fernab vom Stadttrubel.
Willkommen im Roten Schloss
Stellen Sie sich eine Festung vor, die auf den Wassern des Hafens von Brindisi zu schweben scheint, ganz in Rot getaucht – in ‘Rosso Carparo’ –, das bei Sonnenuntergang wie glühende Kohle leuchtet. Es ist das Castello Alfonsino, auch Castel Rosso oder Castello di Mare genannt, thronend auf der Insel Sant’Andrea. Die Anreise ist ein Erlebnis: Man geht über den langen Damm und plötzlich erhebt sich die gewaltige, dennoch elegante Festung vor einem. Die Farbe, die vom lokalen Gestein herrührt, verändert sich mit dem Licht: Am Morgen ist sie fast orange, dann wird sie zinnoberrot. Der Ort ist abgeschieden, ruhig, mit dem Geruch von Salzwasser und dem Blick auf den Kanal Pigonati. Ein echter Geheimtipp, fernab vom Stadttrubel.
Historische Notizen
Die Geschichte des Castello Alfonsino beginnt im
1481, als Ferdinand I. von Aragon die Insel befestigen ließ, um den Hafen nach der türkischen Bedrohung von Otranto zu schützen. Sein Sohn Alfonso, Herzog von Kalabrien, baute einen früheren Turm zu einer Festung um. Anschließend, von
1558 bis 1604, fügten die Spanier Philipps II. die imposante
Forte a Mare hinzu, mit pfeilförmigen Bastionen und einem in den Felsen gehauenen Graben. Im Laufe der Jahrhunderte widerstand die Burg Angriffen der Venezianer und Franzosen, diente als Lazarett und später als Basis der italienischen Marine, bis sie 1984 durch einen Sturm schwer beschädigt wurde. Nach Restaurierungsarbeiten wurde sie 2021 und erneut im Dezember 2024 nach Arbeiten im Wert von 5 Millionen Euro wiedereröffnet.
- 1481 – Bau der aragonesischen Festung
- 1558-1604 – Spanische Erweiterung (Forte a Mare)
- 1984 – Stilllegung nach Sturm
- 2021 – erste Wiedereröffnung
- 23. Dezember 2024 – Wiedereröffnung nach Restaurierung
Historische Notizen
Die Geschichte des Castello Alfonsino beginnt im
1481, als Ferdinand I. von Aragon die Insel befestigen ließ, um den Hafen nach der türkischen Bedrohung von Otranto zu schützen. Sein Sohn Alfonso, Herzog von Kalabrien, baute einen früheren Turm zu einer Festung um. Anschließend, von
1558 bis 1604, fügten die Spanier Philipps II. die imposante
Forte a Mare hinzu, mit pfeilförmigen Bastionen und einem in den Felsen gehauenen Graben. Im Laufe der Jahrhunderte widerstand die Burg Angriffen der Venezianer und Franzosen, diente als Lazarett und später als Basis der italienischen Marine, bis sie 1984 durch einen Sturm schwer beschädigt wurde. Nach Restaurierungsarbeiten wurde sie 2021 und erneut im Dezember 2024 nach Arbeiten im Wert von 5 Millionen Euro wiedereröffnet.
- 1481 – Bau der aragonesischen Festung
- 1558-1604 – Spanische Erweiterung (Forte a Mare)
- 1984 – Stilllegung nach Sturm
- 2021 – erste Wiedereröffnung
- 23. Dezember 2024 – Wiedereröffnung nach Restaurierung
Die Darsena und der Renaissance-Saal
Einer der reizvollsten Orte der Burg ist die Darsena, ein kleiner verborgener Binnenhafen zwischen den Mauern. Man gelangt dorthin durch einen Bogen, der seit 1577 den aragonesischen mit dem spanischen Teil verbindet – eine Art Wasserhof, an dem einst Schiffe anlegten. Aufsteigend erreicht man den Repräsentationssaal, in dem ein steinernes Waschbecken von 1527 mit den Wappen der Vizekönige hervorsticht. Licht dringt durch die Schießscharten, und die Stille wird nur vom Rauschen des Meeres unterbrochen. Es ist leicht, sich die Soldaten von damals hier versammelt vorzustellen, vielleicht über Verteidigungsstrategien diskutierend. Die Führer erzählen Anekdoten, die alles lebendiger machen.
Die Darsena und der Renaissance-Saal
Einer der reizvollsten Orte der Burg ist die Darsena, ein kleiner verborgener Binnenhafen zwischen den Mauern. Man gelangt dorthin durch einen Bogen, der seit 1577 den aragonesischen mit dem spanischen Teil verbindet – eine Art Wasserhof, an dem einst Schiffe anlegten. Aufsteigend erreicht man den Repräsentationssaal, in dem ein steinernes Waschbecken von 1527 mit den Wappen der Vizekönige hervorsticht. Licht dringt durch die Schießscharten, und die Stille wird nur vom Rauschen des Meeres unterbrochen. Es ist leicht, sich die Soldaten von damals hier versammelt vorzustellen, vielleicht über Verteidigungsstrategien diskutierend. Die Führer erzählen Anekdoten, die alles lebendiger machen.
Die Seefestung: spanische Architektur
Der imposanteste Teil ist die Seefestung, die von Philipp II. in Auftrag gegeben und in 46 Jahren erbaut wurde. Es handelt sich um ein dreieckiges Bauwerk mit zwei fünfeckigen Bastionen und einem runden Turm, das perfekt gegen Angriffe vom Meer aus geschützt ist. Das manieristische Tor von 1609, in zweifarbigem weißem Stein und Carparo, ist ein Meisterwerk militärischer Eleganz. Im Inneren offenbart das restaurierte Erdgeschoss (gerade wiedereröffnet) geräumige Räume mit gewölbten Decken, einen Torpedoraum und die Wehrgänge, von denen aus der Blick über den Hafen schweift. Die gesamte Anlage ist ein Beispiel dafür, wie Verteidigung zur Kunst werden konnte.
Die Seefestung: spanische Architektur
Der imposanteste Teil ist die Seefestung, die von Philipp II. in Auftrag gegeben und in 46 Jahren erbaut wurde. Es handelt sich um ein dreieckiges Bauwerk mit zwei fünfeckigen Bastionen und einem runden Turm, das perfekt gegen Angriffe vom Meer aus geschützt ist. Das manieristische Tor von 1609, in zweifarbigem weißem Stein und Carparo, ist ein Meisterwerk militärischer Eleganz. Im Inneren offenbart das restaurierte Erdgeschoss (gerade wiedereröffnet) geräumige Räume mit gewölbten Decken, einen Torpedoraum und die Wehrgänge, von denen aus der Blick über den Hafen schweift. Die gesamte Anlage ist ein Beispiel dafür, wie Verteidigung zur Kunst werden konnte.
Warum man es besuchen sollte
Drei gute Gründe, das Castello Alfonsino nicht zu verpassen. Erstens: die einzigartige Atmosphäre. Auf einer befestigten Insel zu sein, vom Meer umschmeichelt und von der roten Farbe des Steins umhüllt, ist ein Erlebnis, das man nicht so schnell vergisst. Zweitens: die vielschichtige Geschichte. Aragonesen und Spanier haben sichtbare Spuren hinterlassen, vom Hafenbecken bis zum Renaissance-Waschbecken, vorbei an den Bastionen. Drittens: Die Führung (einzige Zugangsmöglichkeit) wird vom Verein Le Colonne mit sachkundigen Guides durchgeführt, die zu begeistern wissen. Das Ticket kostet 8 Euro, 6 für Einwohner, und Kinder unter 5 Jahren haben freien Eintritt. Eine Reservierung ist erforderlich, aber es lohnt sich.
Warum man es besuchen sollte
Drei gute Gründe, das Castello Alfonsino nicht zu verpassen. Erstens: die einzigartige Atmosphäre. Auf einer befestigten Insel zu sein, vom Meer umschmeichelt und von der roten Farbe des Steins umhüllt, ist ein Erlebnis, das man nicht so schnell vergisst. Zweitens: die vielschichtige Geschichte. Aragonesen und Spanier haben sichtbare Spuren hinterlassen, vom Hafenbecken bis zum Renaissance-Waschbecken, vorbei an den Bastionen. Drittens: Die Führung (einzige Zugangsmöglichkeit) wird vom Verein Le Colonne mit sachkundigen Guides durchgeführt, die zu begeistern wissen. Das Ticket kostet 8 Euro, 6 für Einwohner, und Kinder unter 5 Jahren haben freien Eintritt. Eine Reservierung ist erforderlich, aber es lohnt sich.
Beste Reisezeit
Die beste Zeit für einen Besuch des Schlosses ist der späte Nachmittag, kurz vor Sonnenuntergang. Das einfallende Licht taucht den Carparo-Stein in ein intensives Rot und das Meer erstrahlt in goldenen Reflexen. Im Sommer ist die Sonne sehr stark, daher sollte man die Mittagsstunden meiden. In den Wintermonaten kann der Wind schneidend sein, aber die Farben sind ebenso schön. Die Führungen am Morgen (an Werktagen nur um 11:30 Uhr, samstags und sonntags auch um 17:30 Uhr) bieten ebenfalls gutes Licht, aber das wahre Schauspiel ist bei Sonnenuntergang.
Beste Reisezeit
Die beste Zeit für einen Besuch des Schlosses ist der späte Nachmittag, kurz vor Sonnenuntergang. Das einfallende Licht taucht den Carparo-Stein in ein intensives Rot und das Meer erstrahlt in goldenen Reflexen. Im Sommer ist die Sonne sehr stark, daher sollte man die Mittagsstunden meiden. In den Wintermonaten kann der Wind schneidend sein, aber die Farben sind ebenso schön. Die Führungen am Morgen (an Werktagen nur um 11:30 Uhr, samstags und sonntags auch um 17:30 Uhr) bieten ebenfalls gutes Licht, aber das wahre Schauspiel ist bei Sonnenuntergang.
In der Umgebung
Wenn Sie wieder in der Stadt sind, sollten Sie sich das Castello Svevo (auch Castello di Terra genannt) nicht entgehen lassen, das am inneren Hafen liegt und Ausstellungen und Veranstaltungen beherbergt. Etwas weiter entfernt bewahrt das Museo Archeologico Provinciale Francesco Ribezzo die Funde der alten Benediktinerabtei Sant’Andrea auf, die vor dem Bau des Schlosses genau auf der Insel stand. Ein Spaziergang entlang der Promenade von Brindisi, zwischen Bars und Restaurants, rundet den Tag ab. Wenn Sie Zeit haben, lohnt sich ein Abstecher in die Altstadt mit ihrem romanischen Dom.
In der Umgebung
Wenn Sie wieder in der Stadt sind, sollten Sie sich das Castello Svevo (auch Castello di Terra genannt) nicht entgehen lassen, das am inneren Hafen liegt und Ausstellungen und Veranstaltungen beherbergt. Etwas weiter entfernt bewahrt das Museo Archeologico Provinciale Francesco Ribezzo die Funde der alten Benediktinerabtei Sant’Andrea auf, die vor dem Bau des Schlosses genau auf der Insel stand. Ein Spaziergang entlang der Promenade von Brindisi, zwischen Bars und Restaurants, rundet den Tag ab. Wenn Sie Zeit haben, lohnt sich ein Abstecher in die Altstadt mit ihrem romanischen Dom.