Villa Necchi Campiglio, Museumsvilla der 1930er-Jahre in Mailand

Die Villa Necchi Campiglio ist eines der faszinierendsten Museen Mailands, fertiggestellt 1935 nach einem Entwurf von Piero Portaluppi für die Familie Necchi Campiglio. Im Garten mit privatem Pool und Tennisplatz spürt man die Eleganz der 1930er-Jahre; im Inneren bewundert man Werke von Morandi, Sironi, De Chirico, Canaletto und Tiepolo. Der Eingang befindet sich in der Via Mozart 14, erreichbar mit der U-Bahn-Station Palestro. Die Villa ist von Mittwoch bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr geöffnet, letzter Einlass um 17 Uhr. Der Eintritt beträgt 15 Euro, ermäßigt 9 Euro. Nicht verpassen: der Salon mit Veranda-Garten und Fumoir, das Esszimmer mit Sternenhimmel-Decke, die Räume aus dem 18. Jahrhundert, die von Tomaso Buzzi neu gestaltet wurden, sowie das historische Schwimmbecken, eingebettet ins Grüne.


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Copertina itinerario Villa Necchi Campiglio, Museumsvilla der 1930er-Jahre in Mailand
In der Via Mozart 14 öffnet die Villa Necchi Campiglio die Türen zum Mailand der 1930er-Jahre: Originaleinrichtung, Werke von Morandi und Canaletto, Garten mit Pool. Öffnungszeiten Mi–So 10–18 Uhr, Eintritt 15 €, ermäßigt 9 €.

Wissenswertes


Villa Necchi Campiglio, Hausmuseum der 30er Jahre in Mailand

Man hat gar nicht das Gefühl, in Mailand zu sein: Du bist in der Via Mozart, nur einen Steinwurf vom Zentrum entfernt, und doch verschwindet die Stadt. Hinter dem Tor ist die Villa Necchi Campiglio eine wunderschöne Überraschung aus Gärten, Pool und einem Haus, in dem das 20. Jahrhundert unversehrt geblieben ist. Keine Museumswitinen: Der FAI hat hier Originaleinrichtung, Familiengegenstände und jene gediegene Atmosphäre bewahrt, die einen leise sprechen lässt. Man geht durch den Salon, die Bibliothek und die Veranda mit den Pflanzen, und irgendwann fühlt man sich wie ein Gast der 30er Jahre. Es ist elegant, ja, aber auch lebendig: Manche Zimmer wirken gerade erst benutzt, mit dem erloschenen Kamin oder dem bereiten Schreibtisch. Genau das fand ich berührend, diese etwas zeitlose Ausstrahlung in einer der hektischsten Städte Italiens. Ein Hausmuseum, das kein Museum ist, und das ich jedem empfehle, der eine andere Seite von Mailand verstehen möchte.

Historische Anmerkungen

Hinter dieser Ruhe verbirgt sich die Geschichte zweier Industriellenfamilien. 1935 wurde die von Piero Portaluppi entworfene Villa für die Schwestern Nedda und Gigina Necchi sowie Angelo Campiglio, Unternehmer für Nähmaschinen, fertiggestellt. Das Haus ist modern, rationalistisch, mit Art-déco-Elementen und fortschrittlicher Technologie. In den folgenden Jahren gestaltete Tomaso Buzzi es mit Möbeln aus dem 18. Jahrhundert neu: Die Eigentümer wünschten sich ein weicheres, ‚lombardischeres‘ Wohnzimmer. 2001 schenkte Gigina Necchi Campiglio alles dem FAI; nach der Restaurierung wurde die Villa 2008 für die Öffentlichkeit zugänglich. Eine schnelle Zeitleiste zur Orientierung.

  • 1930-1935: Bau nach dem Entwurf von Portaluppi
  • 1938: Umbauten von Buzzi
  • 2001: Schenkung an den FAI
  • 2008: Eröffnung für die Öffentlichkeit

Architektur: Rationalismus mit einem Extra-Gang

Die Fassade besteht aus Travertin, Porphyr und Marmor, aber erst beim Betreten wird klar, wie sehr die 30er Jahre die Zukunft liebten. Der Speisesaal hat eine Decke, die mit Sternbildern und Tierkreiszeichen verziert ist, die Veranda ist ein Gewächshaus aus Pflanzen und Glas, wo die Blätter zwischen den Doppelfenstern wachsen. Es gibt auch futuristische Ausstattungen: Aufzug, Speiseaufzug, Gegensprechanlagen, Zentralheizung und sogar einen privaten Pool, einen der ersten in Mailand. Portaluppi hat sich nicht nur auf das Äußere beschränkt: Er hat Lampen, Fensterrahmen und sogar die Details aus Nussbaum und Palisander entworfen. Was Sie heute sehen, ist jedoch kein purer Rationalismus: Nach dem Krieg hat Buzzi einige Wände mit Wandteppichen bedeckt und die Salons mit einem klassischeren Stil abgemildert. Das Ergebnis ist ein einzigartiger Hybrid, der den Wandel der Geschmäcker erzählt: von der Begeisterung für die Moderne bis zur Rückkehr zur Tradition.

Drei Sammlungen, die das Zuhause in ein Museum verwandeln

Die Villa wäre schon mit ihrer Einrichtung interessant, doch der FAI hat sie zu einem reichhaltigen und überraschenden Hausmuseum gemacht. Auf dem Rundgang begegnen Sie der Sammlung Gian Ferrari mit Gemälden von Balla, Boccioni, De Chirico, Morandi, Sironi und Wildt, die größtenteils im Atrium und im Salon ausgestellt sind. Außerdem gibt es die Sammlung De’ Micheli – eine wahre Reise ins 18. Jahrhundert mit Veduten von Canaletto, Tiepolo und Rosalba Carriera sowie chinesischem Porzellan und lombardischer Keramik –, die im Zimmer der Prinzessin untergebracht ist. Und seit 2017 umfasst die Sammlung Sforni Werke auf Papier von Künstlern wie Picasso, Modigliani und Fontana. Das Schöne daran: Die Werke hängen nicht in strengen Reihen, sondern fügen sich in das Wohnambiente ein. So wird Kunst wieder Teil des Alltags – und nicht nur etwas, das man in Reih und Glied betrachtet.

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💡 Vielleicht wusstest du nicht, dass…

Einige Details machen den Besuch einzigartig: Die Villa verfügte über das „Prinzenzimmer“ und das „Prinzessinnenzimmer“, die für illustre Gäste wie Heinrich von Hessen und Maria Gabriella von Savoyen gedacht waren. Aufzug, Speiseaufzug und Gegensprechanlagen waren ihrer Zeit weit voraus. Und wenn Sie glauben, sie schon einmal gesehen zu haben, dann deshalb, weil sie die Hauptrolle in „Io sono l’amore“ von Luca Guadagnino mit Tilda Swinton gespielt hat.