Nationalmuseum der Abruzzen: Das MuNDA in L’Aquila

Das Nationalmuseum der Abruzzen, das MuNDA, ist das wichtigste Museum der Region: Nach dem Erdbeben von 2009 zeigte es seine Sammlungen im ehemaligen Schlachthof von Borgo Rivera, gegenüber der Fontana delle 99 Cannelle, und seit dem 20. Dezember 2025 ist es am historischen Standort im Forte Spagnolo teilweise wiedereröffnet. Der Rundgang führt durch Archäologie, Mittelalter, Renaissance und Barock, mit geborgenen und restaurierten Meisterwerken. Das erwartet Sie:
Beffi-Triptychon (1410–1415) und Hl. Sebastian von Silvestro dell’Aquila (1478)
Mammuthus meridionalis von Scoppito und Kalender von Amiternum
Madonna von Lettopalena und Gemälde von Mattia Preti
Abruzzesisches Ottocento (19. Jahrhundert) mit Michetti, Celommi und Patini


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Copertina itinerario Nationalmuseum der Abruzzen: Das MuNDA in L'Aquila
Das Nationalmuseum der Abruzzen in L’Aquila: Historischer Sitz im Forte Spagnolo und Sammlungen vom Mittelalter bis zum 20. Jahrhundert, mit Beffi-Triptychon, Hl. Sebastian und Mammut von Scoppito. Wiedereröffnung 2025 und praktische Infos.

Wissenswertes


Einführung

Das MuNDA, das Nationalmuseum der Abruzzen, zu betreten, heißt, sich mit zwei Geschichten zugleich auseinanderzusetzen: der der Abruzzen-Kunst und der einer Stadt, die sich immer wieder aufs Neue erhebt. Der historische Sitz ist das Forte Spagnolo, die Festung aus dem 16. Jahrhundert, die L’Aquila von oben beherrscht: Schon von außen wird klar, dass dies kein beliebiger Ort ist. Nach dem Erdbeben von 2009 lebte die Sammlung jahrelang im ehemaligen Schlachthof von Borgo Rivera, gegenüber dem Fontana delle 99 Cannelle, und seit dem 20. Dezember 2025 ist sie, zumindest teilweise, in die Mauern der Festung zurückgekehrt. Drinnen erwarten dich Holzbildwerke, Madonnen vor Goldgrund, Gemälde des neapolitanischen Seicento und das Mammut von Scoppito, das Skelett von Mammuthus meridionalis, das allein schon den Eintritt wert ist. Ein staatliches Museum, eines der bedeutendsten der Abruzzen, das 2023 mehr als 56.000 Besucher zählte.

Historischer Überblick

Das MuNDA hat eine weit zurückreichende Geschichte: Am Anfang stehen das Städtische Museum von L’Aquila, gegründet vom Professor Mario Chini Ende des 19. Jahrhunderts und 1942 aufgelöst, dazu die Depots der Denkmalbehörde und seit 1966 die Werke des Diözesanmuseums für Sakrale Kunst. Den Wendepunkt bildet die Restaurierung des Forte Spagnolo zwischen 1949 und 1951: Am 23. September 1951 wird das Museum an seinem historischen Standort eröffnet. Dann, am 6. April 2009, das Erdbeben: Schließung und Schäden. Die Sammlung zieht in den ehemaligen städtischen Schlachthof von Borgo Rivera um; am 19. Dezember 2015 wird das Museum dort wiedereröffnet. Seit 2019 besitzt das Museum eine Sonderautonomie und verwaltet auch den Archäologischen Park von Amiternum.

  • Ende des 19. Jahrhunderts: Gründung des Städtischen Museums durch Mario Chini
  • 1942: Auflösung des Städtischen Museums
  • 1949–1951: Restaurierung des Forte Spagnolo
  • 23. September 1951: Eröffnung am historischen Standort
  • 6. April 2009: Erdbeben, Schließung des Museums
  • 19. Dezember 2015: Wiedereröffnung im ehemaligen Schlachthof von Borgo Rivera
  • 2019: Sonderautonomie des Museums
  • 20. Dezember 2025: teilweise Wiedereröffnung im Forte Spagnolo

Der Rundgang durch die Säle: vom Mittelalter bis zum 20. Jahrhundert

Das Herzstück des Museums ist der chronologische Rundgang. Er beginnt im Mittelalter mit einer wahrhaft bemerkenswerten Sammlung von Madonnen: Ikonen aus dem 13. Jahrhundert wie die Madonna de Ambro und die Madonna del Latte von 1283, dazu romanisch-byzantinische Holzbildwerke wie die Madonna di Lettopalena. Zum 15. Jahrhundert gehört das berühmteste Werk, das Trittico di Beffi (1410–1415), das Leonardo di Sabino, dem Meister von Beffi, zugeschrieben wird, sowie der hölzerne San Sebastiano von Silvestro dell’Aquila (1478). Das 16. Jahrhundert bringt die Terrakotten von Saturnino Gatti, das 17. Jahrhundert die Leinwandbilder der neapolitanischen Meister, von Mattia Preti mit fünf Gemälden bis Jusepe de Ribera. Den Abschluss bildet der Saal des 19. Jahrhunderts, der im Dezember 2022 wiedereröffnet wurde, mit Michetti, Celommi und Patini.

Das Mammut von Scoppito und die archäologischen Funde

Viele kommen wegen der Kunst und sind dann vom Mammut wie elektrisiert. Im historischen Hauptsitz beherbergt die Nordost-Bastion das Skelett von Mammuthus meridionalis, das 1954 bei Madonna della Strada in Scoppito entdeckt wurde: ein Fossil, das ganz allein zeigt, wie viel älter die Abruzzen sind, als man denkt. Die archäologische Abteilung rundet das Bild mit Funden aus Amiternum, Aveia und Peltuinum ab, den italischen und römischen Zentren des Beckens von L’Aquila. Nicht verpassen: den Kalender von Amiternum und die Kalksteinreliefs mit Szenen von Gladiatorenkämpfen und einer Begräbniszeremonie. Aus den Nekropolen von Fossa und Bazzano stammen Waffen, Schmuckstücke und Alltagsgegenstände. Das Museum verfügt zudem über eine taktile Abteilung.

Warum lohnt sich ein Besuch?

Drei konkrete Gründe. Erstens: Es ist das wichtigste Museum der Abruzzen und in einem einzigen Rundgang versteht man die Kunst der Region, vom Mittelalter bis zum 20. Jahrhundert, ohne Epochen auszulassen. Zweitens: Die Highlights sind wirklich stark, vom Triptychon von Beffi über den San Sebastiano von Silvestro dell’Aquila bis hin zum Mammut und zum Ecce Homo von Antonello da Messina. Drittens: Das Forte Spagnolo, historischer Sitz und Schloss aus dem 16. Jahrhundert, ist allein wegen seiner Architektur einen Besuch wert. Es ist ein staatliches Museum mit Sonderautonomie seit 2019, gut organisiert, mit Angeboten für Schulen und Familien sowie Wechselausstellungen. Und dann ist da noch der symbolische Wert: die aus den Trümmern von 2009 geborgenen Werke wieder ausgestellt zu sehen, ist eine kleine Lektion in Sachen Widerstandskraft.

Wann besuchen

Es gibt keine falsche Jahreszeit, aber ich würde einen Morgen unter der Woche empfehlen: Das Museum ist ruhiger und man kann die Säle ohne Menschenmenge genießen. Die Öffnungszeiten sind praktisch: von Dienstag bis Sonntag von 8:30 bis 19:30 Uhr, montags geschlossen. Wenn möglich, wählen Sie einen Sonnentag: Nach dem Besuch schenkt das Forte Spagnolo Licht und Ausblicke auf L’Aquila und die umliegenden Berge, die allein schon belohnen. Im Frühling oder zu Beginn des Herbstes ist die Stadt am schönsten, mit milden Temperaturen zum Spazierengehen. Am Wochenende denken Sie daran, dass der Zugang eine Reservierung erfordern kann: Rufen Sie besser vorher unter der Nummer 0862.28420 an.

In der Umgebung

Wenn du das Museum verlässt, mach nicht gleich Schluss. In Borgo Rivera, vor der Fontana delle 99 Cannelle, wartet der meistfotografierte Blick der Gegend: Der Sitz, in dem das MuNDA von 2015 bis 2025 untergebracht war, liegt genau dort, und der Brunnen aus dem 14. Jahrhundert ist einen Stopp wert. Danach folgt der Archäologische Park Amiternum, der von demselben Museum betreut wird: römisches Theater und Amphitheater – ideal, um das in den archäologischen Sälen begonnene Thema Antike in den Abruzzen abzurunden. Wenn dir Zeit bleibt, bildet das historische Zentrum von L’Aquila mit dem Dom und seinen Plätzen den natürlichen Abschluss des Tages. Und für alle, die mit Kindern unterwegs sind, macht die Idee des Mammuts alles einfacher.

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💡 Vielleicht wusstest du nicht, dass…

Wussten Sie schon? Das Mammut von Scoppito wurde 1954 entdeckt und zählt heute zu den bekanntesten Fundstücken; das Werk Nereide von Emilio Greco wurde 1993 vom Künstler gestiftet; das Museum verfügt über einen Tastbereich und einen virtuellen Rundgang. Nach dem Erdbeben wurden viele Werke aus den Trümmern geborgen und restauriert, wie der aus dem 13. Jahrhundert stammende Cristo deposto aus dem Dom von Penne.