🧭 Was dich erwartet
- Ideal für: Städtereisende, Familien, Geschichts- und Meeresliebhaber
- Stärken: Mittelalterliches Castello-Viertel, Aussichtstürme, archäologische Museen, Strand Poetto, Wein- und Speisekultur auf dem Markt
- Tipp: Besuchen Sie morgens die Türme und die Bastion, dann Mittagessen auf dem Markt und nachmittags Museum oder Strand
- Erreichbarkeit: Gut mit Bus und Bahn verbunden, Stadt zu Fuß erkundbar
- Klima: Frühling und Herbst sind die besten Jahreszeiten
Veranstaltungen in der Umgebung
Wenn Sie eine Stadt suchen, die jahrtausendealte Geschichte, Postkartenstrände und ein lebendiges Zentrum vereint, ist Cagliari die richtige Wahl. Denn das Verirren in den Gassen des Castello-Viertels, das Erklimmen der mittelalterlichen Türme und der Blick von den Bastionen von Saint Remy bieten atemberaubende Ausblicke. Ich begann meine Tour an der Bastion von Saint Remy: Von dort sieht man den gesamten Golf, und es ist der perfekte Ort, um sich zu orientieren. Dann ging ich weiter zum Elefantenturm und San Pancrazio, zwei pisanischen Türmen, die von der Verteidigung der Stadt erzählen. Das römische Amphitheater, in den Fels gehauen, ist ein Stück Geschichte unter freiem Himmel, während das Archäologische Nationalmuseum die Giganten von Mont’e Prama beherbergt. Für eine authentische Pause ist der Markt von San Benedetto eine Explosion von Farben und Aromen: Probieren Sie Carasau-Brot und lokale Käsesorten. Und vergessen Sie nicht einen Spaziergang am Poetto, der Strandpromenade der Stadt. Cagliari ist kompakt, lässt sich gut zu Fuß oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln erkunden, und jede Ecke hat eine Geschichte zu erzählen.
Überblick
- Bastion von Saint Remy: der Panoramabalkon von Cagliari
- Elefantenturm: Ein Sprung ins pisanische Mittelalter
- Torre di San Pancrazio: der Wächter von Cagliari
- Römisches Amphitheater: Ein Sprung in das kaiserliche Cagliari
- Archäologisches Nationalmuseum von Cagliari
- Burg San Michele: Geschichte, Kunst und eine atemberaubende Aussicht
- Palazzo Regio: Das Herz der Macht in Cagliari
- Botanischer Garten: ein Sprung in die Natur und Geschichte
- Archäologischer Park von Tuvixeddu: die größte punische Nekropole des Mittelmeers
- Pinacoteca Nazionale: Kunstwerke und Geschichte innerhalb der Mauern des Castello
- Museum für siamesische Kunst Stefano Cardu: ein Stück Asien zwischen den Türmen Cagliaris
- Das Teatro Lirico di Cagliari: ein modernes Juwel im Herzen der Musik
- Das Ghetto der Juden: Ein Name, der täuscht
- Grotta della Vipera: Ein römisches Juwel, in den Felsen gemeißelt
- Torre del Poetto: ein Balkon auf der Sella del Diavolo
Routen in der Umgebung
Bastion von Saint Remy: der Panoramabalkon von Cagliari
- Via Giovanni Spano, Casteddu/Cagliari (CA)
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Wenn es einen Ort gibt, der dir sofort zeigt, warum Cagliari die Stadt der Sonne genannt wird, dann ist es das Bastion von Saint Remy. Erbaut zwischen dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert auf den alten spanischen Befestigungsanlagen, ist dieses neoklassizistische Monument viel mehr als ein einfacher Aussichtspunkt: Es ist der wahre Salon der Oberstadt. Der Name? Er stammt vom Baron von Saint Remy, dem ersten piemontesischen Vizekönig. Du erreichst ihn von der Piazza Costituzione über die monumentale doppelläufige Treppe (170 Stufen pro Seite) oder, wenn deine Beine müde sind, mit dem Aufzug von der Via Regina Margherita. Oben auf der Terrazza Umberto I, 56 Meter über dem Meer, ist das Spektakel total: Auf der einen Seite der Hafen und der Golf der Engel, auf der anderen die Dächer von Villanova, die Ebene des Campidano und die Berge des Parco dei Sette Fratelli. Die Terrasse, 4600 m² groß, ist der ideale Ort für Veranstaltungen und Ausstellungen, aber auch für einen einfachen Spaziergang zwischen den Palmen. Unter der Terrasse befindet sich die Galleria Umberto I, eine überdachte Passage mit drei Schiffen, die in der Vergangenheit als Bankettsaal, Krankenstation während des Ersten Weltkriegs und Zufluchtsort für Vertriebene im Zweiten Weltkrieg diente. Heute ist sie ein Ausstellungsraum. Das Bastion ist jederzeit kostenlos besuchbar, und wenn du Glück hast, während einer temporären Ausstellung, umso besser. Ein Tipp: Geh bei Sonnenuntergang, wenn das Licht den harten Stein von Bonaria erhellt und das Meer mit dem Himmel zu verschmelzen scheint.
Elefantenturm: Ein Sprung ins pisanische Mittelalter
- Zur Detailseite: Elefantenturm: Geschichte und Panorama vom Castello
- Via Santa Croce, Casteddu/Cagliari (CA)
- https://www.beniculturalicagliari.it/
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Der Elefantenturm ist einer der beiden erhaltenen weißen Türme der pisanischen Stadtmauer von Cagliari. Entworfen vom Architekten Giovanni Capula, wurde er 1307 fertiggestellt, um den Zugang zum Stadtteil Castello zu verteidigen. Mit einer Höhe von 31 Metern auf der einen und 42 Metern auf der anderen Seite besteht er aus weißem Kalkstein aus den Steinbrüchen von Bonaria. An der Südfassade, wenige Meter über dem Pflaster, fällt eine Elefantenskulptur ins Auge, die dem Turm seinen Namen gibt. Neben dem Eingang erinnert eine Inschrift an Capula mit den Worten ‘nunquam in suis operibus inventus sinister’ (nie in seinen Werken finster gefunden). Im Laufe der Jahrhunderte hatte der Turm verschiedene Nutzungen: Pulverkammer, Waffenlager und während der spanischen Herrschaft ein Gefängnis (die Köpfe der Verurteilten wurden zur Abschreckung ausgestellt). Heute ist er nach einer Restaurierung, die ihn in den ursprünglichen pisanischen Zustand versetzte, wieder begehbar. Der Aufstieg ist beschwerlich (Holzpodeste über vier Stockwerke), aber die 360°-Aussicht von der Terrasse entschädigt für jede Mühe: Man umfasst den Golf degli Angeli und die Dächer von Castello. Achtung: Derzeit ist der Zugang auf ein Drittel des Turms beschränkt, aber die Sanierungsarbeiten (regionale Finanzierung von 400.000 Euro) versprechen eine verbesserte Nutzbarkeit. Öffnungszeiten: Sommer 9:00-13:00 und 15:30-19:30, Winter bis 17:00. Eintritt: Erwachsene 3€, ermäßigt 2€ (Schulgruppen 1€). Info und Kasse in der Via Santa Croce 2. Wenn Sie in Cagliari sind, verpassen Sie nicht dieses Fenster ins pisanische Mittelalter: Der Turm ist ein Stück Geschichte, das man mit allen Sinnen erleben kann.
Torre di San Pancrazio: der Wächter von Cagliari
- Zur Detailseite: San-Pancrazio-Turm: 360-Grad-Blick auf den Golf von Cagliari seit 1305
- Via Ubaldo Badas, Casteddu/Cagliari (CA)
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Über dem Hügel von Castello, 130 Meter über dem Meer, erhebt sich die Torre di San Pancrazio, der höchste und älteste Turm von Cagliari. Erbaut von den Pisanern im Jahr 1305 nach einem Entwurf des Architekten Giovanni Capula, war er das Herzstück des Verteidigungssystems der Stadt. Mit seinen 36 Metern Höhe war er ein entscheidender Aussichtspunkt, um den Schiffsverkehr bis nach Villasimius zu kontrollieren. Die massive Struktur aus weißem Kalkstein von Bonaria, mit dicken Mauern und offener Rückseite zur Erleichterung der Kommunikation, ist ein Meisterwerk mittelalterlicher Militärtechnik. Im Laufe der Zeit erlebte er tausend Leben: Munitionslager, Unterkunft für Beamte und ab dem 17. Jahrhundert ein hartes Gefängnis, in dem die Häftlinge unter schrecklichen Bedingungen überlebten. Heute ist der Turm jedoch dauerhaft für die Öffentlichkeit geschlossen. Die angekündigten Restaurierungsarbeiten wurden nie begonnen, und der Zugang ist nur zu besonderen Anlässen wie den Monumenti Aperti-Tagen des FAI gestattet. Wenn Sie die Gelegenheit haben, ihn zu besuchen, steigen Sie die hölzernen Stufen bis zur Spitze hinauf: Von dort genießen Sie eine 360°-Aussicht auf Cagliari, den Golf der Engel, den Park von Monte Urpinu und die Ebene des Campidano. Bis dahin können Sie sich mit dem Zwillingsbruder Torre dell’Elefante trösten, der regelmäßig besichtigt werden kann. Die Torre di San Pancrazio bleibt ein Symbol der Stadt, ein Stück Geschichte, das darauf wartet, wiederentdeckt zu werden.
Römisches Amphitheater: Ein Sprung in das kaiserliche Cagliari
- Zur Detailseite: Römisches Amphitheater von Cagliari: Geschichte, Öffnungszeiten und Tickets
- Via Aurelio Nicolodi, Casteddu/Cagliari (CA)
- http://www.anfiteatroromano.it/
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Wenn du denkst, Cagliari sei nur Meer und Strände, irrst du dich gewaltig. Im Herzen der Stadt, zwischen den Vierteln Castello und Stampace, gibt es eine Ecke römischer Geschichte, die dich sprachlos macht: das Römische Amphitheater. Erbaut zwischen dem 1. und 2. Jahrhundert n. Chr., ist es das bedeutendste öffentliche Gebäude des römischen Sardiniens. Was sofort auffällt? Es ist zur Hälfte in den Felsen des Hügels von Buoncammino gehauen, während die andere Hälfte aus weißen Kalksteinblöcken bestand. Die Südfassade, heute verschwunden, muss über 20 Meter hoch gewesen sein. Es bot Platz für bis zu 10.000 Zuschauer, fast ein Drittel der Einwohner des römischen Carales. Hier fanden Gladiatorenkämpfe, Tierhetzen (venationes) und Hinrichtungen statt. Die Ränge waren nach sozialen Schichten getrennt: oben Frauen und Sklaven, unten Senatoren. Mit dem Aufkommen des Christentums verloren die Spiele an Beliebtheit und wurden 438 n. Chr. verboten. Das Amphitheater verfiel und wurde jahrhundertelang als Steinbruch genutzt. Erst im 19. Jahrhundert brachte der Kanoniker Giovanni Spano es wieder ans Licht. Heute ist es besuchbar: Du kannst durch die Gänge (ambulacra) schlendern, die Tierkäfige sehen und die Cavea bewundern. Die Arena und die unterirdischen Räume sind wegen Restaurierungsarbeiten geschlossen, aber der Anblick ist spektakulär. Öffnungszeiten: täglich 10:00-17:00 (Winter) oder 10:00-13:00 und 15:00-19:00 (Sommer). Eintritt: Erwachsene 3€, ermäßigt 2€. Adresse: Via Sant’Ignazio da Laconi. Ein Tipp? Bring etwas Fantasie mit: schließe die Augen und höre das Dröhnen der Arena.
Archäologisches Nationalmuseum von Cagliari
- Zur Detailseite: Archäologisches Nationalmuseum Cagliari: Giganten von Mont’e Prama und sardische Geschichte
- Piazza Arsenale 1, Casteddu/Cagliari (CA)
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Wenn es einen Ort gibt, der die tiefe Seele Sardiniens verkörpert, dann ist es das Archäologische Nationalmuseum von Cagliari. Im Herzen des Stadtteils Castello, innerhalb der Cittadella dei Musei, befindet es sich im alten königlichen Arsenal, das zwischen 1956 und 1979 von den Architekten Libero Cecchini und Piero Gazzola restauriert wurde. Schon beim Betreten wird klar, dass es sich hier um kein gewöhnliches Museum handelt: Über 4000 Fundstücke begleiten Sie auf einer Reise durch fast 8000 Jahre Geschichte, von der Jungsteinzeit bis zur byzantinischen Epoche. Die Sammlung ist riesig, aber wenn ich die Highlights nennen müsste, würde ich sofort sagen: die Giganten von Mont’e Prama. Es sind bis zu 2,5 Meter hohe Kalksteinstatuen aus dem 8. Jahrhundert v. Chr., die Krieger, Bogenschützen und Boxer darstellen. Ein sensationeller Fund, der die Geschichte der antiken Kunst neu geschrieben hat. Dann gibt es die nuragischen Bronzestatuetten, hunderte kleiner Bronzefiguren, die das Alltagsleben und die Rituale einer geheimnisvollen Zivilisation erzählen. Und vergessen Sie nicht das nuragische Schiffchen, die Stele von Nora, die Büste des Trajan. Der Rundgang erstreckt sich über vier Etagen: Die erste ist chronologisch, die anderen topografisch angeordnet (leider ist die dritte wegen Renovierungsarbeiten geschlossen). Der Besuch dauert mindestens zwei Stunden, aber es lohnt sich. Das Museum ist sehr zugänglich, mit taktilen Karten, Rampen und Aufzügen. Jeden ersten Sonntag im Monat ist der Eintritt frei, aber auch das normale Ticket ist mit 10 € in Kombination mit der Pinakothek fair. Ein Tipp: Steigen Sie auf die Terrasse des Museums – die Aussicht auf den Golf von Cagliari ist spektakulär. Kurz gesagt, wenn Sie in Cagliari sind, dürfen Sie es sich nicht entgehen lassen.
Burg San Michele: Geschichte, Kunst und eine atemberaubende Aussicht
- Zur Detailseite: Burg San Michele: Geschichte, Legenden und atemberaubende Aussicht
- Via Edward Jenner, Casteddu/Cagliari (CA)
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Wenn du den Hügel von San Michele hinaufsteigst, stehst du vor einer Burg, die wie aus einem Geschichtsbuch entsprungen wirkt. Im 12. Jahrhundert erbaut und von den Pisanern und später den Aragonesen erweitert, thront die Burg San Michele 180 Meter über Cagliari. Ihre drei Ecktürme, zwei pisanische und ein aragonesischer, bestehen aus dem Kalkstein von Bonaria. Beim Gang durch den Burggraben bemerkst du, dass der Eingang einst über eine Zugbrücke führte – Spuren sind noch sichtbar. Der älteste Teil? Die Nordost- und Südosttürme mit perfekt behauenen Quadern. Der Südwestturm, gröber, stammt aus dem 15. Jahrhundert. Im Inneren befand sich einst die Kapelle des Erzengels Michael, und heute ist die Burg ein Zentrum für Kunst und Kultur. Die Aussicht von hier oben ist unglaublich: Sie umfasst die Altstadt, den Hafen, den Poetto und die Lagune von Santa Gilla. Man sagt, dass hier der Geist der Gräfin Violante Carroz umgeht, der letzten ihrer Dynastie. Ob wahr oder nicht, die Atmosphäre ist magisch. Der Eintritt kostet 5 Euro, ermäßigt 2,50. Bei einer Ausstellung steigt der Preis auf 6 Euro. Geöffnet von Dienstag bis Sonntag, die Öffnungszeiten variieren: im Sommer bis 20 Uhr, im Winter bis 18 Uhr. Montags geschlossen. Ich empfehle, eine Führung zu buchen – sie kostet 2 Euro extra, aber es lohnt sich. Der Park rundherum ist perfekt für einen Spaziergang.
Palazzo Regio: Das Herz der Macht in Cagliari
- Zur Detailseite: Palazzo Regio, Cagliari: Reise in den Sitz der Vizekönige
- Piazza Palazzo, Casteddu/Cagliari (CA)
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Unmöglich zu übersehen, auf der Piazza Palazzo, zwischen der Kathedrale und dem Bastione di Saint Remy: Der Palazzo Regio ist ein Pflichtbesuch für jeden, der die Geschichte Cagliaris verstehen will. Erbaut von den Pisanern zwischen dem 12. und 13. Jahrhundert, wurde er 1337 auf Geheiß von Peter IV. von Aragon zur Residenz des Vizekönigs. Von da an wurde hier fast fünfhundert Jahre lang über das Schicksal der Insel entschieden. Der Eintritt ist kostenpflichtig (3 Euro), aber es lohnt sich: Man betritt die Eingangshalle und wird sofort von der monumentalen barocken Treppe empfangen, ein Werk der piemontesischen Ingenieure de Guibert und de Vincenti. Beim Aufstieg gelangt man zum Piano Nobile, wo der Saal der Hellebardiere hervorsticht, mit Porträts von 24 Vizekönigen, die einen streng zu beobachten scheinen. Dann der Consiglio-Saal, zwischen 1893 und 1896 von Domenico Bruschi dekoriert: Seine Fresken erzählen Episoden der sardischen Geschichte und des Hauses Savoyen. Kurios: Hier wohnten die Savoyer im Exil von 1799 bis 1815, als Napoleon Turin besetzt hielt. Heute beherbergt der Palast die Präfektur und die Metropolitanstadt, aber ein Teil ist besichtigbar: Neben den Sälen bewundert man Silber und edles Porzellan, wie das amarantrote Ginori-Service. Geöffnet täglich von 10 bis 19 Uhr. Das Kombi-Ticket für 4 Euro beinhaltet auch die Wechselausstellungen. Wenn möglich, nehmen Sie an der Führung teil (5 Euro): Sie werden Details entdecken, die Sie allein nicht bemerken würden. Ein Tipp: Nach dem Besuch treten Sie auf den Balkon an der Westfassade: Der Blick auf die Stadt ist ein unerwarteter Bonus.
Botanischer Garten: ein Sprung in die Natur und Geschichte
- Casteddu/Cagliari (CA)
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Wenn Sie denken, Cagliari sei nur Meer und Altstadt, irren Sie sich gewaltig. Der Botanische Garten ist eine dieser Überraschungen, die einen mit der Stadt versöhnen. Er wurde 1866 vom Botaniker Patrizio Gennari eröffnet und erstreckt sich über etwa 5 Hektar im Tal von Palabanda, direkt neben dem römischen Amphitheater. Eine perfekte Verbindung von Natur und Archäologie: Hier spaziert man zwischen Pflanzen aus aller Welt und stößt auf römische Zisternen, einen Noira-Brunnen und sogar eine Calidarium-Grotte. Mehr als 2.000 Arten sind in Sammlungen unterteilt: der Palmenhain, die Sukkulenten (eine der reichhaltigsten Italiens), der mediterrane Wald, der Orto dei Semplici mit Heilpflanzen und Tafeln in Blindenschrift. Nicht verpassen sollte man die riesigen Ficus magnolioides, die Euphorbia canariensis und im Frühling das Schauspiel der Lotusblumen im zentralen Becken. Der Garten ist auch ein Forschungszentrum: Er beherbergt die Samentreserve Sardiniens, die Samen gefährdeter Arten bewahrt. Ganzjährig geöffnet, mit wechselnden Öffnungszeiten zwischen Sommer und Winter (prüfen Sie die Website). Eintritt 4€, aber es gibt verschiedene Kombi-Tickets. Kommen Sie mit bequemen Schuhen und wenn möglich im Frühling: Die Blütenpracht ist magisch. Und wenn Sie Glück haben, erwischen Sie vielleicht eine kostenlose Führung oder ein Musik-Event. Ein Ort, der Wissenschaft, Geschichte und Schönheit vereint – Sie werden es nicht bereuen.
Archäologischer Park von Tuvixeddu: die größte punische Nekropole des Mittelmeers
- Zur Detailseite: Tuvixeddu: die größte punische Nekropole des Mittelmeers
- Via Falzarego 32, Casteddu/Cagliari (CA)
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Wenn du denkst, Cagliari sei nur Meer und Altstadt, mach dich auf eine Überraschung gefasst. Auf dem Hügel von Tuvixeddu, nur einen Steinwurf von der Viale Sant’Avendrace entfernt, verbirgt sich die größte punische Nekropole des Mittelmeers: über tausend Gräber, in den Kalkstein gehauen, genutzt vom 6. Jahrhundert v. Chr. bis ins frühe Mittelalter. Der Name? Kommt von ‘tuvu’, was auf Sardisch Höhle bedeutet – und Höhlen gibt es hier reichlich. Die Gräber sind Schachtgräber: ein vertikaler Schacht von 2,5–11 Metern Tiefe, mit verzierten unterirdischen Kammern. Die berühmtesten sind das Grab des Ureo, mit einem geflügelten Schlangenfresko, und das Grab des Sid, mit einem bärtigen Krieger, der einen Speer wirft. Einzigartig in Sardinien für ihre figürlichen Malereien. Etwas weiter liegt die römische Vipernhöhle, die Atilia Pomptilla gewidmet ist. Der Park ist auch eine grüne Lunge: Zwischen Sträuchern und Agaven schlängeln sich Pfade, die Blicke auf die Lagune von Santa Gilla freigeben. Leider war die jüngere Geschichte hart: Im 20. Jahrhundert war der Hügel ein Zementsteinbruch, der einen Teil der Gräber zerstörte. Seit 2014, nach jahrelangen Kämpfen, ist er endlich für die Öffentlichkeit zugänglich. Der Eintritt ist frei von der Via Falzarego aus. Täglich geöffnet (Öffnungszeiten je nach Jahreszeit variierend), Führungen gibt es samstags und sonntags. Die Funde – Schmuck, Keramik, Amulette – sind im Nationalen Archäologischen Museum. Ein Tipp? Bringt eine Trinkflasche und bequeme Schuhe mit: Hier läuft ihr zwischen Geschichte und Natur, und verliert euch in Jahrtausenden von Geschichten.
Pinacoteca Nazionale: Kunstwerke und Geschichte innerhalb der Mauern des Castello
- Via Ubaldo Badas, Casteddu/Cagliari (CA)
- http://musei.sardegna.beniculturali.it/musei/pinacoteca-nazionale-di-cagliari/
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- pm-sar.pinacoteca.cagliari@beniculturali.it
- +39 070 662496
Wenn du an Cagliari denkst, denkst du zuerst an Meer und Sonne. Aber wenn du ins Viertel Castello hinaufsteigst, erwarten dich Überraschungen, die es zu entdecken gilt. Die Pinacoteca Nazionale, eingebettet in die Cittadella dei Musei, ist einer dieser Orte, die dir zeigen, wie viel Geschichte und Kunst diese Insel birgt. Die Ausstellung erstreckt sich über drei Etagen mit einer Sammlung vom 15. Jahrhundert bis zur Gegenwart, aber das wahre Herz sind die sardischen und katalanischen Werke aus der aragonesischen Zeit. Und ja, hier gibt es Retabel und religiöse Gemälde von atemberaubender Schönheit, die nach dem Abriss der alten Kirche San Francesco im Jahr 1875 hierher kamen. Der Eingang befindet sich im dritten Stock des Archäologischen Museums, aber keine Sorge: Das Kombiticket (10 €) ermöglicht dir den Besuch beider, und auch des Anatomischen Wachsmuseums und der Cardu-Sammlung, wenn du Zeit hast. Mein Tipp? Nimm dir eine halbe Stunde für die Pinacoteca, dann geh auf die Terrasse der Cittadella und genieße den Blick über die Stadt und den Golf. Das Licht am späten Nachmittag ist magisch. Freitags und samstags ist die Öffnungszeit bis 19:30 verlängert, aber der Kassenschluss ist um 18:45, also plane entsprechend. Wenn dir überfüllte Museen nicht zusagen, komm am Montag oder Mittwoch: weniger Schlangen und mehr Ruhe, um die Werke zu genießen. Und achte auf Sonderausstellungen: 2014 gab es zum Beispiel eine schöne Ausstellung zum 200-jährigen Bestehen der Carabinieri. Kurz gesagt, die Pinacoteca ist ein Juwel, das das tiefe Sardinien jenseits der Strände erzählt, ebenso faszinierend.
Museum für siamesische Kunst Stefano Cardu: ein Stück Asien zwischen den Türmen Cagliaris
- Zur Detailseite: Museo Cardu: Zeremonialwaffen und thailändische Bronzen im Herzen von Cagliari
- Piazza Arsenale 1, Casteddu/Cagliari (CA)
- https://sistemamuseale.museicivicicagliari.it/museo-darte-siamese/
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- infoeprenotazioni@museicivicicagliari.it
- + 39 070 6776543
Im Herzen des Castello, innerhalb der Cittadella dei Musei, gibt es einen Ort, der wie aus einem Traum entsprungen scheint: das Museo civico d’arte siamese Stefano Cardu. Es ist das einzige orientalische Museum auf ganz Sardinien und beherbergt die größte Sammlung siamesischer Kunst in Europa. Dies ist dem Cagliaritaner Stefano Cardu zu verdanken, der 1914 seiner Stadt die Stücke schenkte, die er während seiner Jahre in Siam (heute Thailand), China, Japan und Indien gesammelt hatte. Man tritt ein und fühlt sich sofort woanders: chinesisches Porzellan aus den Dynastien Ming und Qing (vom 14. bis 17. Jahrhundert) starrt einen aus den Vitrinen an, japanische Netsuke aus Elfenbein und Holz erzählen Miniaturgeschichten, und ein ganzer Raum ist den siamesischen Waffen gewidmet – einzigartig in Italien, mit Paradelanzen der Königlichen Garde und seltenen Elefantenhaken. Auch alte Münzen und illustrierte Manuskripte fehlen nicht. Bis Januar 2026 gibt es zudem eine Sonderausstellung mit chinesischen Teekannen und Tassen, die nie zuvor zu sehen waren. Der Eintritt kostet nur 3€ (ermäßigt 1,5€), und am Mittwochmorgen ist er kostenlos. Geöffnet von Dienstag bis Sonntag mit wechselnden Öffnungszeiten zwischen Sommer und Winter. Ich war an einem Sonntagnachmittag dort, und die Stille, nur unterbrochen von Schritten auf dem Marmorboden, ließ mich vergessen, dass ich nur einen Steinwurf vom Bastione di Saint Remy entfernt war. Empfehlung: Nehmt euch mindestens eine Stunde Zeit für einen gemütlichen Rundgang, und wenn möglich, bucht eine Führung – sie kostet 2€ mehr, eröffnet aber Einblicke in Details, die man allein nicht bemerken würde.
Das Teatro Lirico di Cagliari: ein modernes Juwel im Herzen der Musik
- Zur Detailseite: Teatro Lirico di Cagliari: Akustik unter den besten Europas und moderne Architektur
- Via Sant’Alenixedda, Casteddu/Cagliari (CA)
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Wenn du denkst, dass in Cagliari nur mittelalterliche Geschichte zu spüren ist, irrst du dich. Das Teatro Lirico, 1993 eröffnet, ist eine gelungene Wette: modern, funktional und mit einer Kapazität von 1.628 Plätzen (800 im Parkett, 431 im ersten Rang, 397 im zweiten). Entworfen von den Architekten Galmozzi und Ginoulhiac, entstand es, nachdem die Bombenangriffe des Zweiten Weltkriegs und ein Brand die historischen Theater der Stadt zerstört hatten. Trotz seines jungen Alters hat es bereits eine starke Persönlichkeit. Hier sind das Orchester und der Chor des Teatro Lirico zu Hause und bescheren jedes Jahr hochkarätige Opernsaisonen, Konzerte und Ballettaufführungen. Mich hat die Atmosphäre beeindruckt: nicht die pompöse der Theater des 19. Jahrhunderts, sondern etwas Zugänglicheres, fast Vertrautes. Und dann die besonderen Veranstaltungen: die weltweit erste interaktive Oper mit Google Glass (Turandot) und das Sommerfestival Rotte Sonore, das die Musik auch ins Freie bringt. Ein Ort, den man nicht erwartet, der aber, einmal entdeckt, in einem bleibt.
Das Ghetto der Juden: Ein Name, der täuscht
- Via Santa Croce 18, Casteddu/Cagliari (CA)
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- ilghettocagliari@gmail.com
- +39 070 6670190
Wenn Sie durch das Viertel Castello in der Via Santa Croce spazieren, stoßen Sie auf ein Gebäude mit einem merkwürdigen Namen: das Ghetto der Juden. Doch es war nie ein Ghetto. So genannt wird es wegen des alten mittelalterlichen jüdischen Viertels, der Giudaria, das hier in der Nähe lag, bevor die Juden 1492 vertrieben wurden. Die heutige Struktur ist tatsächlich eine militärische Kaserne aus dem 18. Jahrhundert, erbaut zwischen 1723 und 1738 von den piemontesischen Ingenieuren Felice de Vincenti und Augusto della Vallée im Auftrag des Vizekönigs Carlo di Rivarolo. Hier waren die Dragoner von Sardinien untergebracht, mit Pferden und Ställen: 1863 zählte sie über 300 Mann und 40 Pferde. Nach der Entmilitarisierung wurde sie zu einer Unterkunft für arme Familien, verfiel und wurde durch die Bombenangriffe von 1943 beschädigt. Erst 1992 wurde sie restauriert und als Kulturzentrum wiedereröffnet. Heute beherbergt sie Ausstellungen, Konzerte und standesamtliche Trauungen – ja, seit 2018 können Sie auf ihrer Panoramaterrasse heiraten, mit einer spektakulären Aussicht auf die Stadt. Der Eintritt kostet 3 Euro (ermäßigt 2), aber überprüfen Sie die Öffnungszeiten, da sie variieren. Was mich beeindruckt, ist, wie ein historisches Missverständnis diesem Ort eine so starke Identität verliehen hat. Beim Spazieren zwischen seinen Mauern, zwischen Fotoausstellungen (ich erinnere mich an die von Salgado) und Workshops, spürt man eine lebendige Atmosphäre, fernab der Klischees verstaubter Museen. Schade, dass die Südseite noch im Verfall liegt: ein Kontrast, der von der komplexen Geschichte Cagliaris erzählt.
Grotta della Vipera: Ein römisches Juwel, in den Felsen gemeißelt
- Viale Sant’Avendrace, Casteddu/Cagliari (CA)
- https://www.comune.cagliari.it/portale/page/it/grotta_della_vipera
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Wenige Schritte vom Zentrum entfernt, in der Viale Sant’Avendrace, verbirgt sich ein Stück antikes Rom: die Grotta della Vipera. Diese in den Felsen gehauene Grabkammer aus dem 1. und 2. Jahrhundert n. Chr. ist ein wahres Denkmal der ehelichen Liebe. Hier ruhen die sterblichen Überreste von Atilia Pomptilla und ihrem Ehemann Lucius Cassius Filippo, einem römischen Adels Paar, das von Nero nach Sardinien verbannt wurde. Die Legende erzählt, dass Filippo an Malaria erkrankte und Atilia verzweifelt die Götter anflehte, ihr Leben für das ihres Mannes zu opfern. Ihr Pakt funktionierte: Filippo genas, aber Atilia starb. Er ließ zu ihren Ehren dieses Grab in Form eines kleinen Tempels mit Giebel und ionischen Säulen errichten (heute ist nur noch ein Kapitell erhalten). Der kuriose Name stammt von den zwei gegenüberstehenden Schlangen, die in den Giebel gemeißelt sind – Symbole der Treue und Unsterblichkeit, vielleicht inspiriert von Isis und Osiris oder dem Paar selbst. Im Inneren bewahren ein Vestibül und zwei Grabkammern noch Spuren eines gemischten Bestattungsritus aus Einäscherung und Erdbestattung. Die Wände sind mit 16 Inschriften auf Latein und Griechisch bedeckt, meist in Versen, die die Geschichte von Atilia und Filippo erzählen. Heute sind sie leider schwer zu lesen, aber man braucht sich nur diese Verse vorzustellen, um in die Vergangenheit versetzt zu werden. Das Monument wurde 1822 wie durch ein Wunder gerettet: General Alberto Della Marmora verhinderte den Abriss, während die Königsstraße nach Porto Torres gebaut wurde. Noch heute sind die Löcher für die Sprengladungen zu sehen, die ungenutzt blieben – Zeugnis dieses Kampfes. Für einen Besuch muss man reservieren (Tel. 0706777900, info.beniculturalicagliari@gmail.com) und ein Ticket für 3€ (ermäßigt 2€) bezahlen. Es gibt auch ein wöchentliches Kombi-Ticket für 8€, das weitere Stätten wie den Elefantenturm und das Römische Amphitheater einschließt. Ein Tipp? Lassen Sie sich die Gelegenheit nicht entgehen, einen Augenblick in Stille zu verweilen, dem Wind zu lauschen und an diese Liebesgeschichte zu denken, die zweitausend Jahre überdauert hat.
Torre del Poetto: ein Balkon auf der Sella del Diavolo
- Via Marina Piccola, Casteddu/Cagliari (CA)
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Wenn es einen Ort gibt, der Geschichte, Natur und eine atemberaubende Aussicht vereint, dann ist es der Torre del Poetto. Hoch oben auf dem Sella del Diavolo, etwa 90 Meter über dem Meer, thront dieser spanische Turm aus dem 16. Jahrhundert (erbaut 1597) – heute eine spektakuläre Ruine, die in zwei Teile gespalten ist, die der Zeit zu trotzen scheinen. Der ursprüngliche Name war ‘Torre del Pozzetto di Sant’Elia’, aber im Laufe der Zeit hat er sich fälschlicherweise in ‘del Poetto’ verwandelt. Von hier aus reicht der Blick über Marina Piccola, den Strand von Poetto und den gesamten Golf bis zu den Türmen von Mezza Spiaggia und Isola dei Cavoli. Ein strategischer Punkt, der zur Beobachtung von Korsaren und zum Schutz der Salinen genutzt wurde. Um dorthin zu gelangen, nimmt man ab Marina Piccola einen 15–20-minütigen Weg, der etwas schmal ist und steil zum Meer abfällt – nicht für Kinderwagen geeignet, aber mit Kindern ab 4 Jahren machbar. Der Turm ist verlassen, wurde jedoch 2020 im Rahmen einer 7.000-Euro-Restaurierung von Graffiti befreit. Mein Tipp: Nehmen Sie Wasser und eine Kamera mit. Der Kontrast zwischen dem Weiß des Kalksteins und dem Blau des Meeres ist unvergesslich.






