Einführung
Sobald du das Museo Civico di Pistoia auf der Piazza del Duomo betrittst, empfängt dich eine Stille, die nur von Schritten auf den Steintreppen unterbrochen wird. Der gotische Palazzo Comunale aus dem 14. Jahrhundert bildet den perfekten Rahmen für über 300 Werke, die sieben Jahrhunderte toskanischer Kunst erzählen. Von den goldenen Tafeln des Duecento bis zu den romantischen Gemälden des 19. Jahrhunderts – jeder Raum ist ein Sprung in die Vergangenheit. Und dann ist da die Aussicht: Von den Fenstern des Zwischengeschosses aus blickst du auf den Platz und fühlst dich, als wärst du Teil der Geschichte.
Historische Hintergründe
Das Museum entstand 1893, als die ersten Werke zusammengetragen wurden, und öffnete 1922 im Palazzo degli Anziani (heute Rathaus) für die Öffentlichkeit. Ein Großteil der Sammlung stammt aus aufgelösten religiösen Gemeinschaften des späten 18. Jahrhunderts, die später der Stadt geschenkt wurden. In den 1950er Jahren wurde die Ausstellungsfläche auf die oberste Etage erweitert, die heutige Gestaltung stammt jedoch von 1982. 1914 kam die Sammlung Puccini hinzu, während das Centro Michelucci 1980 gegründet wurde. Hier die wichtigsten Meilensteine:
- 1893 – erster Kernbestand
- 1922 – offizielle Eröffnung
- 1914 – Schenkung Puccini
- 1956 – Erweiterung der obersten Etage
- 1980 – Centro Michelucci
- 1982 – heutige Ausstellungsgestaltung
Die unverzichtbaren Werke
Im ersten Stock befinden sich die Eckpfeiler der Pistoieser Schule: der Heilige Franziskus, Coppo di Marcovaldo zugeschrieben, ein Goldgrund, der noch immer zu beten scheint. Daneben lassen das Beweinung Christi von Lippo di Benivieni und die Madonna mit Heiligen des Meisters von 1310 sofort die Qualität der Sammlungen erkennen. Dann weiter zu Meisterwerken wie der Heiligen Konversation von Lorenzo di Credi und der Madonna della Pergola von Bernardino Detti. Jeder Saal ist so gestaltet, dass man die Werke aus der Nähe betrachten kann, und die Beschriftungen sind klar. Wenn Sie alte Kunst lieben, werden Sie hier berührt.
Puccini-Sammlung und Michelucci-Zentrum
Wenn du in den dritten Stock hinaufgehst, entführt dich die Puccini-Sammlung in eine andere Welt: Gemälde vom 14. bis zum 19. Jahrhundert, gesammelt vom Mäzen Niccolò Puccini. Werke wie Ero und Leander von Gimignani und das Porträt von Niccolò Puccini von Bezzuoli zeigen den romantischen Geschmack der Epoche. Dann bewahrt im Zwischengeschoss das Dokumentationszentrum Giovanni Michelucci über 2000 Zeichnungen des Architekten aus Pistoia. Es ist ein ruhiger Ort, an dem du Projekte durchblättern und Modelle bewundern kannst. Ein Sprung in die Moderne nach so viel alter Kunst.
Warum es sich lohnt
Erster Grund: Es ist das Hauptmuseum von Pistoia, eine Konzentration lokaler Geschichte, die man sonst nirgends findet. Zweitens: Der Eintritt kostet nur 3,50 Euro und ermöglicht es, Werke von höchster Qualität zu sehen, ohne die Warteschlangen der bekannteren Museen. Drittens: Es ist barrierefrei zugänglich und hat ein tolles Programm an pädagogischen Aktivitäten. Wenn Sie in Pistoia sind, ist es ein Pflichtbesuch, um die Stadt zu verstehen.
Wann besuchen
Meiner Meinung nach ist die beste Zeit der späte Nachmittag, etwa zwischen 16 und 17 Uhr, wenn das niedrige Licht durch die Fenster des Palastes fällt und die Gemälde warm beleuchtet. Der Sonntagmorgen ist ruhig, aber im Sommer bevorzuge ich die Abendstunden (dienstags öffnet es um 15 Uhr), um anschließend einen Spaziergang auf dem kühlen Platz zu machen. Vermeiden Sie den Montag, da er geschlossen ist. Ein einziger Besuch reicht aus, um alles zu genießen.
In der Umgebung
Ganz in der Nähe besuchen Sie den Dom San Zeno und das Baptisterium, und verlieren Sie sich dann im Museo dello Spedale del Ceppo (es gehört zum selben Museumsnetzwerk). Ein weiteres Juwel ist die Piazza della Sala mit ihrem Markt, perfekt für einen Kaffee nach der Kultur. Wenn Sie Zeit haben, ist der Garten der Villa Puccini in Scornio eine Idee für ein Picknick zwischen Kunst und Natur.