Palazzo Melzi di Cusano: Klassizismus in der Via Montenapoleone

Der Palazzo Melzi di Cusano ist ein klassizistisches Juwel in der Via Montenapoleone 18, im Herzen von Mailand. Er wurde ab 1830 nach einem Entwurf von Giovanni Battista Bareggi erbaut, inspiriert vom Palazzo Serbelloni, und beherbergt heute Casa Conte, einen Ausstellungsraum für luxuriöse Einrichtungsgegenstände, der die Atmosphäre einer privaten Wohnung bewahrt. Im Inneren bewundert man originale Stuckarbeiten und Mosaikböden im ersten Stock sowie ein Bernardino Luini zugeschriebenes Fresko, das aus einer Kapelle des 15. Jahrhunderts stammt.

Was Sie hier finden:
Klassizistische Fassade mit riesigen ionischen Säulen und dreieckigem Giebel
Reliefs von Gaetano Monti mit den Taten von Francesco Sforza
Ausstellungen und Veranstaltungen, die Kunst und Design verbinden
Adelsgeschichte verbunden mit der Familie Magnoni und später den Melzi di Cusano


Veranstaltungen in der Umgebung


Copertina itinerario Palazzo Melzi di Cusano: Klassizismus in der Via Montenapoleone
Palazzo Melzi di Cusano in Mailand: Klassizismus in der Via Montenapoleone mit Fresko von Luini, Reliefs von Monti und den Räumen von Casa Conte zwischen Kunst und Design.

Wissenswertes


Palazzo Melzi di Cusano: ein neoklassizistischer Geheimtipp in der Via Montenapoleone

Wer nur die schicken Schaufenster der Via Montenapoleone erwartet, wird staunen. Mitten im elegantesten Shoppingviertel Mailands, in der Hausnummer 18, steht ein Palast, der aus einer anderen Zeit zu stammen scheint: der Palazzo Melzi di Cusano. Die neoklassizistische Fassade mit den riesigen ionischen Säulen und dem dreieckigen Giebel ist eine Hommage an den Palazzo Serbelloni, hat aber einen ganz eigenen Charakter. Sobald du ihn siehst, wird klar: Hier ist Geschichte nicht nur eine Kulisse, sondern die Hauptdarstellerin. Heute beherbergt der Piano Nobile die Casa Conte, einen luxuriösen Ausstellungsraum mit der Atmosphäre einer privaten Wohnung, und der Palast dient als Kulisse für Ausstellungen und Events, bei denen Kunst und Design im Dialog stehen. Auch ohne hineinzugehen lohnt sich ein Blick nach oben: Zwischen dem ersten und zweiten Stock fällt ein Hochrelief von Gaetano Monti auf, das die Taten von Francesco Sforza zeigt. Ein Ort, der dich überrascht, genau dort, wo du es am wenigsten erwartest.

Historische Notizen

Die Geschichte reicht weit zurück: An diesem Ort befand sich ein Palast aus dem 15. Jahrhundert, der ab 1830 nach einem Entwurf von Giovanni Battista Bareggi im neoklassizistischen Stil umgestaltet wurde (vollendet zwischen 1844 und 1847). Von dem alten Gebäude ist ein Bernardino Luini zugeschriebenes Fresko erhalten. Die Familie Magnoni, die Philipp V. von Spanien und den Herzog von Mantua beherbergte, erhielt den Titel der Grafen von Mulazzana; die letzte Erbin heiratete Gaetano Melzi, Graf von Cusano, und der Palast blieb über ein Jahrhundert lang im Besitz der Melzi. Danach wurde er ein Kolleg und am Vorabend des Ersten Weltkriegs zum Verkauf angeboten. Heute beherbergt er Ausstellungen und Veranstaltungen zwischen Kunst und Design.

  • 15. Jahrhundert: früherer Palast mit Kapelle.
  • Anfang des 18. Jahrhunderts: König Philipp V. zu Gast bei den Magnoni.
  • 1830-1847: neoklassizistischer Umbau durch Bareggi.
  • 19. Jahrhundert: Übergang an die Melzi, daher der Name.
  • Am Vorabend des Ersten Weltkriegs: Verkauf.
  • Heute: Casa Conte und Veranstaltungen.

Ein neoklassisches Juwel von Bareggi

Die Fassade ist der erste Blickfang. Das Projekt von Giovanni Battista Bareggi greift das Motiv des Palazzo Serbelloni auf, vereinfacht es jedoch: ein kaum hervortretender Mittelteil, eingerahmt von einer ionischen Kolonnade gigantischer Ordnung, die einen dreieckigen Giebel trägt und eine Loggia bildet. Im Vergleich zum Vorbild ist die Dekoration weniger aufwendig und massiver, fast als wolle sie die Sprache der Macht sprechen. Zwischen dem ersten und zweiten Stockwerk fällt das Auge auf ein Hochrelief von Gaetano Monti mit den Taten von Francesco Sforza: eine Hommage an das Mailand der Sforza. Auf der Rückwand hingegen sind Flachreliefs zu sehen, die Kopien der Originale aus Sandstein sind, ebenfalls von Monti. Es ist eine Gesamtheit, die das Mailand des 19. Jahrhunderts erzählt, aber mit tief verwurzelten Wurzeln in der Renaissance. Man muss kein Architekt sein, um die Liebe zum Detail zu schätzen: Es genügt, ruhig zu schauen, vielleicht während die Stadt an einem vorbeizieht.

Innenräume, Luini und Casa Conte

Hinter der Fassade verbirgt sich eine Welt, die immer wieder staunen lässt. Die Beletage bewahrt eine reiche originale neoklassizistische Dekoration mit Stuck und perfekt erhaltenen Mosaikböden. Hier in den Salons befindet sich ein Stück älterer Geschichte: das Bernardino Luini zugeschriebene Fresko, das aus der Kapelle des Renaissance-Palastes stammt. Ein Fragment der Renaissance, das nach den Renovierungsarbeiten wie durch ein Wunder an Ort und Stelle geblieben ist. Heute werden die Räume von Casa Conte genutzt, einem Luxus-Showroom für Einrichtungsgegenstände, der nicht wie ein Geschäft wirkt: Man hat vielmehr das Gefühl, die Wohnung einer Mailänder Familie zu betreten, mit zeitgenössischen Möbeln neben historischen Wänden. Der Palast beherbergt auch Ausstellungen und Veranstaltungen, stets mit besonderem Augenmerk auf den Dialog zwischen Kunst und Design. Es ist einer der wenigen Orte, an denen man ein Designerstück kaufen und sich gleichzeitig wie in einem Museum fühlen kann.

Warum es besuchen

Erstens: weil es eine Geschichtsstunde unter freiem Himmel in einer der berühmtesten Straßen Italiens ist. Die neoklassizistische Fassade, das Hochrelief von Monti, das Fresko von Luini im Inneren: alles konzentriert sich in einem einzigen Palast. Zweitens: weil es ein seltenes Beispiel für Schichtung ist – vom 15. Jahrhundert bis zum zeitgenössischen Design – ohne ein Museum zu sein. Casa Conte lässt dich die Räume erleben, als wären sie bewohnt, und die Wechselausstellungen machen jeden Besuch anders. Drittens: weil es der perfekte Vorwand ist, die Via Montenapoleone mit neuen Augen zu sehen, fernab der Schaufenster. Auch wenn du nicht hineinkannst, ist die Fassade einen Stopp wert; wenn du jedoch eine öffentliche Veranstaltung findest, lass sie dir nicht entgehen. Es ist die Art von Ort, die einen sagen lässt: ‘Ich hätte nicht gedacht, dass es hier ist’.

Wann hingehen?

Der beste Zeitpunkt? Ich würde einen Wochentag wählen, vielleicht am späten Nachmittag, wenn sich die Via Montenapoleone von Touristen leert und das tiefe Licht die Säulen und den Giebel streichelt. Der Palast hat bei Sonnenuntergang etwas Theatralisches, wobei die Schatten die Reliefs von Monti hervorheben. Wenn an diesen Tagen eine Ausstellung oder ein Event geplant ist, umso besser: Du hast eine zusätzliche Ausrede, um über die Schwelle zu treten. Im Herbst macht die Kombination aus klarem Himmel und frischer Luft die Fassade besonders klar. Aber im Grunde ist ein Abstecher hierher nie falsch, egal wann: Mailand verändert sich immer, und selbst ein Gebäude, das seit zwei Jahrhunderten unverändert steht, weiß dir je nach Stunde und Licht unterschiedliche Emotionen zu schenken.

In der Umgebung

Wenn du schon in der Gegend bist, solltest du es unbedingt nutzen. Die Via Montenapoleone ist das Herz des Modeviertels: Nach dem Stopp vor dem Palast lass dich von den Schaufenstern der Via Sant’Andrea und der Via della Spiga verführen. Nur wenige Schritte entfernt, aber ohne Eile, gibt es auch das Museo Poldi Pezzoli, ein Wohnhausmuseum, das eine außergewöhnliche Kunstsammlung bewahrt und mit dem Palazzo Melzi die Atmosphäre eines historischen Mailänder Wohnsitzes teilt. Wenn du eine andere Art von Schönheit bevorzugst, geh zur Piazza della Scala und zur Scala: eine weitere Pflichtstation für alle, die Kunst und Kultur lieben. Kurzum, der Palast kann der Beginn eines Itinerars sein, das ganz im Zeichen von Eleganz und Stadterinnerung steht.

Routen in der Umgebung


💡 Vielleicht wusstest du nicht, dass…

Wenige wissen, dass zu Beginn des 18. Jahrhunderts König Philipp V. von Spanien zusammen mit dem Herzog von Mantua Gast in diesem Palast war: Die Familie Magnoni, die ihn besaß, hatte vom Herrscher Ehren und den Titel der Grafen von Mulazzana erhalten. Die letzte Erbin heiratete Gaetano Melzi aus der Familie der Grafen von Cusano, was dem Palast den Namen gab, den er noch heute trägt. Heute kann man beim Spaziergang durch die Salons und Mosaiken noch den Widerhall alter Allianzen und Empfänge spüren.